PPE Kunststoff – Polyphenylenether für maßstabile technische Bauteile

PPE Kunststoff ist die Kurzbezeichnung für Polyphenylenether, einen amorphen technischen Thermoplast mit hoher Maßstabilität, sehr geringer Wasseraufnahme und guten elektrischen Isolationseigenschaften. Das PPE Material wird vor allem eingesetzt, wenn Bauteile auch bei Wärme und wechselnder Luftfeuchtigkeit ihre Abmessungen zuverlässig halten müssen.

Typische Anwendungen finden sich deshalb in der Elektrotechnik, im Maschinenbau und in der Automobilindustrie. In der Praxis wird PPE häufig modifiziert oder mit anderen Polymeren kombiniert, um beispielsweise Schlagzähigkeit, Verarbeitbarkeit oder weitere anwendungsspezifische Eigenschaften anzupassen.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was PPE ist, welche Eigenschaften und technischen Kennwerte PPE Kunststoff besitzt und wann der Werkstoff gegenüber Alternativen wie Polycarbonat oder PBT Kunststoff Vorteile bietet.

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Was ist PPE Kunststoff?

PPE steht für Polyphenylenether und bezeichnet einen thermoplastischen Kunststoff aus der Gruppe der amorphen technischen Kunststoffe. PPE zeichnet sich insbesondere durch eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme, hohe Dimensionsstabilität und gute elektrische Eigenschaften aus.

Einfach gesagt: PPE Kunststoff eignet sich für technische Bauteile, die auch bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen möglichst form- und maßstabil bleiben sollen. Beispiele sind Gehäuse, elektrische Komponenten, Steckverbinder und Bauteile im Maschinen- und Fahrzeugbau.

Damit wird die bislang kaum ausgeschöpfte Suchanfrage „was ist PPE“ bereits unmittelbar im oberen Seitenbereich beantwortet.

Eigenschaften von PPE Kunststoff

Hohe Maßstabilität

PPE verändert seine Abmessungen unter wechselnden Umgebungsbedingungen nur gering. Die amorphe Werkstoffstruktur, die niedrige Feuchtigkeitsaufnahme und die geringe Kriechneigung unterstützen eine langfristig stabile Bauteilgeometrie.

Diese Eigenschaft ist besonders bei Gehäusen, Halterungen, Trägern, Steckverbindungen und Bauteilen mit engen Toleranzen von Vorteil. Glasfaserverstärkte PPE-Typen erreichen eine nochmals höhere Steifigkeit und geringere Wärmeausdehnung.

Sehr geringe Wasseraufnahme

PPE nimmt im Vergleich zu vielen anderen technischen Kunststoffen nur wenig Feuchtigkeit auf. Dadurch bleiben Abmessungen sowie mechanische und elektrische Eigenschaften auch bei wechselnder Luftfeuchtigkeit weitgehend konstant.

Für Bauteile in feuchten Umgebungen oder in Kontakt mit warmem Wasser kann PPE deshalb eine geeignete Alternative zu stärker feuchtigkeitsabhängigen Werkstoffen sein. Die konkrete Eignung muss dennoch anhand der Temperatur, Einwirkdauer und Werkstofftype geprüft werden.

Gute elektrische Isolation

PPE besitzt gute dielektrische Eigenschaften und eignet sich für elektrisch isolierende Bauteile. Die geringe Wasseraufnahme trägt dazu bei, dass sich die Isolationswirkung bei Feuchtigkeit nur vergleichsweise wenig verändert.

Typische Anwendungen finden sich daher in der Elektronik und Elektrotechnik, beispielsweise bei Gehäusen, Spulenkörpern, Schaltern, Sicherungskomponenten, Steckverbindern und Trägerteilen.

Elektrische Kennwerte wie Durchschlagsfestigkeit, Kriechstromfestigkeit und dielektrischer Verlustfaktor hängen von der genauen PPE-Type, der Materialstärke, der Temperatur und den eingesetzten Additiven ab.

Gute Wärmeformbeständigkeit

Modifizierte PPE-Werkstoffe können ihre Form und Steifigkeit auch bei erhöhten Temperaturen über längere Zeit beibehalten. Die tatsächlich zulässige Dauergebrauchstemperatur hängt jedoch stark von der jeweiligen Rezeptur, der mechanischen Belastung und der geforderten Lebensdauer ab.

Viele technische PPE-Blends eignen sich für Anwendungen im Bereich von ungefähr 80 bis 120 °C. Speziell eingestellte oder verstärkte Typen können davon abweichende Werte erreichen. Für die Konstruktion sind daher nicht allein allgemeine Werkstoffangaben, sondern die Werte des konkreten Datenblatts maßgeblich.

Geringe Kriechneigung

Unter einer dauerhaft einwirkenden Last verformt sich jeder thermoplastische Kunststoff mit der Zeit. PPE zeigt jedoch auch bei erhöhter Temperatur eine vergleichsweise gute Kriechbeständigkeit. Glasfaserverstärkte Ausführungen verbessern die Steifigkeit und Langzeitformstabilität zusätzlich.

Für dauerhaft mechanisch belastete Konstruktionen müssen Belastungshöhe, Temperatur, Bauteilgeometrie und Einsatzdauer gemeinsam betrachtet werden.

Hydrolysebeständigkeit

Geeignete PPE-Blends besitzen eine gute Beständigkeit gegenüber Wasser und Feuchtigkeit. Sie können deshalb für Pumpenteile, wasserführende Komponenten, Gehäuse und technische Bauteile in feuchten Umgebungen infrage kommen.

Bei dauerhaftem Kontakt mit heißem Wasser, Dampf, Reinigungsmedien oder erhöhtem Druck sollte die Eignung anhand der konkreten Werkstofftype geprüft werden.

Technische Daten von PPE

Die Eigenschaften kommerzieller PPE-Werkstoffe unterscheiden sich teilweise erheblich. Unverstärkte, glasfaserverstärkte und flammgeschützte Typen können nicht über einen einzigen Kennwert beschrieben werden. Die folgende Tabelle zeigt daher typische Orientierungsbereiche modifizierter PPE-Werkstoffe.

EigenschaftTypischer Orientierungsbereich
Dichteca. 1,05 bis 1,30 g/cm³
Zugfestigkeitca. 50 bis 110 MPa
Elastizitätsmodulca. 2.000 bis über 8.000 MPa
Wasseraufnahmesehr gering, häufig unter 0,1 %
Glasübergangstemperatur des reinen PPEetwa 200 bis 215 °C
Typische Dauergebrauchstemperatur von PPE-Blendshäufig ca. 80 bis 120 °C
Wärmeformbeständigkeitstark typ- und belastungsabhängig
Brandverhaltenje nach Type beispielsweise UL 94 HB, V-1 oder V-0
Elektrische Eigenschaftengute Isolation, typabhängige CTI- und Durchschlagswerte

Die Werte dienen ausschließlich der ersten Werkstofforientierung. Für die Konstruktion müssen die technischen Daten der tatsächlich eingesetzten PPE-Type berücksichtigt werden.

Chemische Beständigkeit von PPE

PPE weist eine gute Beständigkeit gegenüber zahlreichen wässrigen Medien auf. Je nach Werkstofftype eignet sich das Material unter anderem für den Kontakt mit:

  • kaltem und warmem Wasser,
  • verdünnten Säuren,
  • verdünnten Laugen,
  • Alkoholen,
  • vielen Haushalts- und Industriereinigern sowie
  • zahlreichen Salzlösungen.

Empfindlicher kann PPE gegenüber aromatischen und halogenierten Kohlenwasserstoffen, Ketonen, Estern und bestimmten organischen Lösungsmitteln reagieren. Mögliche Folgen sind Quellung, Spannungsrissbildung, Erweichung oder ein Verlust der mechanischen Festigkeit.

Die chemische Beständigkeit wird nicht nur durch das Medium bestimmt. Auch Konzentration, Temperatur, Einwirkdauer, mechanische Spannung und die konkrete Materialrezeptur beeinflussen das Verhalten. Bei kritischem Medienkontakt empfiehlt sich deshalb eine anwendungsbezogene Beständigkeitsprüfung.

Witterungs- und UV-Beständigkeit

Standard-PPE ist nur begrenzt gegen langfristige UV- und Witterungseinflüsse beständig. Ohne geeignete Stabilisierung können sich Farbe, Oberfläche und mechanische Eigenschaften im Laufe der Zeit verändern.

Für den dauerhaften Außeneinsatz sollten UV-stabilisierte oder entsprechend beschichtete Werkstofftypen verwendet werden. Alternativ muss das Bauteil konstruktiv vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Vorteile von PPE Kunststoff

  • sehr geringe Wasseraufnahme,
  • hohe Maß- und Formstabilität,
  • gute elektrische Isolationseigenschaften,
  • gute Wärmeformbeständigkeit,
  • vergleichsweise geringe Kriechneigung,
  • gute Beständigkeit gegenüber Wasser und zahlreichen wässrigen Medien,
  • geringe Verarbeitungsschwindung,
  • als unverstärkte, verstärkte und flammgeschützte Type verfügbar sowie
  • für präzise technische Bauteile geeignet.

Grenzen von PPE

PPE ist nicht für jede technische Anwendung die beste Lösung. Bei der Werkstoffauswahl müssen insbesondere folgende Einschränkungen berücksichtigt werden:

  • begrenzte Beständigkeit gegenüber verschiedenen organischen Lösungsmitteln,
  • nur eingeschränkte UV- und Witterungsbeständigkeit bei Standardtypen,
  • geringere Schlagzähigkeit als Polycarbonat bei bestimmten Einstellungen,
  • höheres Preisniveau als viele Standardkunststoffe,
  • stark typabhängige Temperatur- und Festigkeitswerte sowie
  • anspruchsvolle Verarbeitung des unmodifizierten Polymers.

PPE-Typen und Werkstoffvarianten

Das Eigenschaftsprofil von PPE kann durch Polymerblends, Verstärkungsstoffe und Additive gezielt verändert werden. Dadurch stehen für unterschiedliche Anforderungen zahlreiche Werkstoffvarianten zur Verfügung.

Unverstärkte PPE-Typen

Unverstärkte PPE-Blends bieten ein ausgewogenes Verhältnis aus Maßhaltigkeit, elektrischer Isolation, Zähigkeit und Verarbeitbarkeit. Sie werden unter anderem für Gehäuse, Abdeckungen und elektrische Funktionsteile eingesetzt.

Zum verfügbaren Sortiment gehören beispielsweise NORYL® 7310 in Grau oder Schwarz sowie weitere eingefärbte und anwendungsspezifisch modifizierte Typen.

Glasfaserverstärktes PPE

Durch Glasfaseranteile von beispielsweise 10, 20 oder 30 Prozent lassen sich Steifigkeit, Biegefestigkeit, Wärmeformbeständigkeit und Dimensionsstabilität erhöhen. Gleichzeitig verringert sich die thermische Ausdehnung.

Glasfaserverstärkte PPE-Werkstoffe eignen sich besonders für:

  • tragende Gehäuseteile,
  • Halterungen und Träger,
  • Bauteile mit engen Toleranzen,
  • Komponenten unter thermischer Dauerbelastung sowie
  • elektrische Funktionsteile mit erhöhten mechanischen Anforderungen.

Verfügbar sind unter anderem NORYL® GFN1, GFN2 und GFN3 mit unterschiedlichen Glasfaseranteilen und Farbausführungen.

Flammgeschützte PPE-Typen

Für die Elektro- und Elektronikindustrie stehen flammgeschützte PPE-Blends zur Verfügung. Abhängig von Materialstärke und Werkstofftype können diese definierte Brandklassifizierungen wie UL 94 V-0 erreichen.

Zu den verfügbaren Ausführungen gehören unter anderem NORYL® SE1 sowie verstärkte SE1-Varianten. Ob eine Type die erforderliche Klassifizierung erfüllt, muss anhand des aktuellen Herstellerdatenblatts und der vorgesehenen Bauteildicke geprüft werden.

PPE-Halbzeuge und bearbeitete Bauteile

Martan Plastics liefert PPE in unterschiedlichen Materialqualitäten, Farben und glasfaserverstärkten Ausführungen. Die Werkstoffe stehen als Halbzeuge oder als individuell bearbeitete Bauteile zur Verfügung.

Abhängig von Type und Verfügbarkeit können unter anderem folgende Varianten angeboten werden:

  • PPE Grau NORYL® 7310-960,
  • PPE Schwarz NORYL® 7310-701,
  • PPE Schwarz NORYL® SE1 701,
  • PPE Rot NORYL® SE1 604,
  • PPE Schwarz NORYL® V0 150B 701,
  • PPE GV10 % NORYL® GFN1,
  • PPE GV20 % NORYL® GFN2,
  • PPE GV30 % NORYL® GFN3 sowie
  • glasfaserverstärkte SE1-Ausführungen.

Die tatsächliche Lieferbarkeit, Abmessungen, Farben und Materialstärken müssen projektbezogen geprüft werden. Einen Überblick über weitere Materialien finden Sie auf der Seite zu den verfügbaren Kunststoff-Werkstoffen.

Anwendungen von PPE Kunststoff

Aufgrund seiner Maßhaltigkeit, Wärmeformbeständigkeit und elektrischen Eigenschaften wird PPE in verschiedenen technischen Branchen eingesetzt.

Elektrotechnik und Elektronik

  • Schalter- und Sicherungsgehäuse,
  • Steckverbinder,
  • Spulenkörper,
  • Relaisbauteile,
  • elektrische Abdeckungen,
  • Isolierteile sowie
  • Gehäuse für Leistungselektronik.

Maschinen- und Anlagenbau

Im Maschinen- und Anlagenbau eignet sich PPE für formstabile Gehäuse, Träger, Halterungen, Abdeckungen und konstruktive Bauteile. Besonders interessant ist der Werkstoff, wenn enge Toleranzen auch unter wechselnden Temperaturen und Feuchtigkeitsbedingungen eingehalten werden müssen.

Fahrzeugtechnik

  • Sensorträger,
  • Lüftergehäuse,
  • Bauteile im Bereich elektrischer Systeme,
  • Pumpenkomponenten,
  • Abdeckungen im Motorraum sowie
  • formstabile technische Halterungen.

Welche PPE-Type für eine konkrete Anwendung in der Automobilindustrie geeignet ist, hängt von Temperaturprofil, Medienkontakt, Vibration, Flammschutz und den jeweiligen Herstellerfreigaben ab.

Wasserführende Anwendungen

Die geringe Wasseraufnahme und gute Hydrolysebeständigkeit geeigneter PPE-Blends ermöglichen den Einsatz in Pumpen, Ventilkomponenten, Wasserzählern, Gehäusen und weiteren wasserführenden Systemen.

Bei Trinkwasseranwendungen dürfen ausschließlich Werkstofftypen verwendet werden, die über die erforderlichen anwendungs- und länderspezifischen Zulassungen verfügen.

Verarbeitung und Bearbeitung von PPE

Spritzguss

PPE-Blends werden häufig im Spritzguss verarbeitet. Die Modifizierung des Materials verbessert das Fließverhalten gegenüber reinem PPE und ermöglicht die Herstellung komplexer Formteile.

Je nach Werkstofftype können eine Vortrocknung sowie vergleichsweise hohe Massetemperaturen erforderlich sein. Die genauen Verarbeitungsparameter richten sich nach dem Herstellerdatenblatt. Eine kontrollierte Werkzeugtemperatur unterstützt gleichmäßige Oberflächen, geringe Eigenspannungen und eine hohe Maßhaltigkeit.

Mechanische Bearbeitung

PPE-Halbzeuge können abhängig von ihrer Ausführung gesägt, gefräst, gedreht, gebohrt und zu präzisen Bauteilen verarbeitet werden. Bei glasfaserverstärkten Typen ist mit erhöhtem Werkzeugverschleiß zu rechnen.

Für maßhaltige Bauteile sind scharfe Werkzeuge, geeignete Schnittparameter, eine kontrollierte Wärmeentwicklung und eine spannungsarme Aufspannung wichtig. Martan Plastics bietet hierfür unter anderem individuelle Kunststoffbearbeitung nach Zeichnung oder technischen Vorgaben an.

Fügen und Oberflächenbehandlung

PPE kann je nach Type und Vorbehandlung verklebt, verschraubt, bedruckt, lackiert oder metallisiert werden. Für Klebeverbindungen kommen unter anderem geeignete Cyanacrylat-, Polyurethan- oder Reaktionsklebstoffe infrage.

Vor der Serienfertigung sollte geprüft werden, ob Klebstoff, Oberflächenvorbehandlung und Werkstofftype miteinander kompatibel sind. Auch mögliche Spannungsrisse durch Lösungsmittel oder Reinigungsmittel müssen berücksichtigt werden.

PPE im Vergleich zu PC und PBT

PPE oder PC?

EigenschaftPPEPC
Transparenzin der Regel opaktransparent möglich
Wasseraufnahmesehr geringgering
Maßstabilität bei Feuchtigkeitsehr gutgut
Schlagzähigkeittypabhängig mittel bis hochsehr hoch
Wärmeformbeständigkeitje nach Type hochhoch
Elektrische Isolationsehr gut und feuchtigkeitsstabilgut

Polycarbonat eignet sich vor allem für transparente Bauteile und Anwendungen mit sehr hoher Schlagbeanspruchung. PPE ist häufig die bessere Wahl, wenn geringe Wasseraufnahme, elektrische Isolation und langfristige Maßstabilität im Vordergrund stehen.

PPE oder PBT?

EigenschaftPPEPBT
Werkstoffstrukturamorphteilkristallin
Wasseraufnahmesehr geringgering
Maßhaltigkeitsehr hochhoch
Chemikalienbeständigkeitgut gegenüber vielen wässrigen Medienhäufig breiter gegenüber Ölen und Kraftstoffen
Elektrische Eigenschaftensehr gutsehr gut
Verarbeitungsschwindungvergleichsweise geringhöher und richtungsabhängig möglich

PBT Kunststoff bietet Vorteile bei zahlreichen chemisch belasteten Anwendungen und ist häufig eine wirtschaftliche Lösung für elektrische Formteile. PPE überzeugt besonders bei geringen Toleranzen, Feuchtigkeitswechseln und Anforderungen an die langfristige Dimensionsstabilität.

PPE oder PPS?

Für Anwendungen mit deutlich höheren Temperaturen und besonders aggressiven Chemikalien kann PPS Kunststoff geeigneter sein. PPS erreicht eine höhere Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit, ist jedoch in vielen Ausführungen spröder und häufig kostenintensiver.

PPE ist eine sinnvolle Lösung, wenn die thermischen Anforderungen unterhalb des PPS-Bereichs liegen und gleichzeitig gute elektrische Eigenschaften, Maßhaltigkeit und ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Verhältnis gefordert sind.

Wann ist PPE der geeignete Werkstoff?

PPE sollte näher geprüft werden, wenn ein Bauteil mehrere der folgenden Anforderungen erfüllen muss:

  • sehr geringe Feuchtigkeitsaufnahme,
  • enge und dauerhaft stabile Toleranzen,
  • elektrische Isolation,
  • erhöhte Dauergebrauchstemperatur,
  • geringe Kriechverformung,
  • gute Hydrolysebeständigkeit,
  • definiertes Brandverhalten oder
  • hohe Steifigkeit bei glasfaserverstärkten Ausführungen.

Ein anderer Werkstoff kann besser geeignet sein, wenn Transparenz, extreme Schlagzähigkeit, dauerhafter Kontakt mit aggressiven Lösungsmitteln oder Temperaturen deutlich oberhalb des typischen PPE-Einsatzbereichs gefordert sind. Für besonders hohe thermische Anforderungen stehen beispielsweise PEEK und weitere Hochleistungskunststoffe zur Verfügung.

Verfügbare PPE- und NORYL®-Varianten

Für unterschiedliche technische Anforderungen ist Polyphenylenether in zahlreichen NORYL®-Varianten erhältlich. Zum Sortiment gehören PPE GRAU NORYL® 7310-960, PPE SCHWARZ NORYL® 7310-701, PPE SCHWARZ NORYL® SE1 701, PPE ROT NORYL® SE1 604 und PPE SCHWARZ NORYL® V0 150B 701. Für Anwendungen, bei denen eine höhere Steifigkeit und mechanische Belastbarkeit erforderlich sind, stehen außerdem glasfaserverstärkte Werkstoffe zur Verfügung. Dazu zählen PPE GV10% SCHWARZ NORYL® GFN1 701, PPE GV20% NAT. NORYL® GFN2 801, PPE GV20% SCHWARZ NORYL® GFN2 701, PPE GV30% NAT NORYL® GFN3 801 und PPE GV30% SCHWARZ NORYL® GFN3 701. Ergänzt wird das Angebot durch die flammgeschützten Ausführungen PPE GV10% SCHWARZ NORYL® GFN1 SE1 701, PPE GV20% NAT NORYL® GFN2 SE1 801, PPE GV20% SCHWARZ NORYL® GFN2 SE1 701, PPE GV30% NAT NORYL® GFN3 SE1 801 und PPE GV30% SCHWARZ NORYL® GFN3 SE1 701. Dadurch lässt sich der Werkstoff gezielt nach Farbe, Glasfaseranteil, Festigkeit und Anforderungen an das Brandverhalten auswählen.

Werkstoffauswahl für Ihr PPE-Bauteil

Für eine belastbare Auswahl müssen Werkstofftype und Anwendung gemeinsam betrachtet werden. Wichtige Angaben sind:

  • Dauer- und Spitzentemperatur,
  • mechanische Belastung und Belastungsdauer,
  • erforderliche Toleranzen,
  • Kontakt mit Wasser, Chemikalien oder Reinigungsmitteln,
  • elektrische Anforderungen,
  • Brandklassifizierung,
  • UV- und Witterungseinfluss,
  • Bauteilgeometrie und Abmessungen,
  • gewünschtes Fertigungsverfahren sowie
  • Stückzahl und erforderliche Zulassungen.

Martan Plastics unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter PPE-Halbzeuge und Werkstoffvarianten. Auf Grundlage Ihrer Zeichnung, technischen Daten oder Anwendungsbeschreibung kann geprüft werden, ob eine unverstärkte, glasfaserverstärkte oder flammgeschützte PPE-Type für das geplante Bauteil geeignet ist.

Häufige Fragen zu PPE Kunststoff

Wofür steht PPE bei Kunststoff?

PPE steht für Polyphenylenether. Häufig wird auch die Bezeichnung PPO beziehungsweise Polyphenylenoxid verwendet. Kommerziell verfügbare Werkstoffe sind überwiegend modifizierte PPE-Blends.

Ist NORYL® dasselbe wie PPE?

NORYL® ist ein Handelsname für verschiedene modifizierte PPE-Werkstoffe. Je nach Type handelt es sich beispielsweise um unverstärkte, glasfaserverstärkte oder flammgeschützte Polymerblends mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Welche Temperatur hält PPE aus?

Die zulässige Dauergebrauchstemperatur hängt stark von der PPE-Type, der mechanischen Belastung und der geforderten Einsatzdauer ab. Viele modifizierte PPE-Werkstoffe werden ungefähr im Bereich von 80 bis 120 °C eingesetzt. Maßgeblich ist immer das technische Datenblatt der konkreten Type.

Ist PPE Kunststoff wasserbeständig?

PPE besitzt eine sehr geringe Wasseraufnahme und eine gute Hydrolysebeständigkeit. Geeignete Typen können deshalb in feuchten und wasserführenden Anwendungen eingesetzt werden. Bei heißem Wasser, Dampf oder erhöhtem Druck ist eine gesonderte Prüfung erforderlich.

Ist PPE chemikalienbeständig?

PPE ist gegenüber vielen wässrigen Medien, verdünnten Säuren, Laugen und Alkoholen beständig. Gegenüber verschiedenen aromatischen oder halogenierten Kohlenwasserstoffen, Ketonen und Estern kann die Beständigkeit jedoch eingeschränkt sein.

Ist PPE für elektrische Bauteile geeignet?

Ja. PPE besitzt gute elektrische Isolationseigenschaften, die sich aufgrund der geringen Wasseraufnahme auch bei Feuchtigkeit vergleichsweise wenig verändern. Deshalb wird der Werkstoff häufig für Gehäuse, Steckverbinder, Spulenkörper und andere elektrische Funktionsteile verwendet.

Kann PPE im Außenbereich eingesetzt werden?

Standard-PPE ist nur begrenzt UV- und witterungsbeständig. Für den langfristigen Außeneinsatz sollten UV-stabilisierte, beschichtete oder anderweitig geschützte Werkstoffvarianten ausgewählt werden.

Welche Vorteile bietet glasfaserverstärktes PPE?

Die Glasfaserverstärkung erhöht Steifigkeit, Biegefestigkeit, Wärmeformbeständigkeit und Maßstabilität. Gleichzeitig sinkt die thermische Ausdehnung. Das Material wird dadurch für strukturell und thermisch stärker belastete Bauteile geeignet.

Kann PPE mechanisch bearbeitet werden?

PPE-Halbzeuge können je nach Type gesägt, gefräst, gedreht und gebohrt werden. Bei glasfaserverstärkten Materialien müssen der erhöhte Werkzeugverschleiß und die anisotropen Werkstoffeigenschaften berücksichtigt werden.

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