PEKK Kunststoff – Polyetherketonketon für anspruchsvolle Anwendungen

PEKK, die Kurzbezeichnung für Polyetherketonketon, ist ein thermoplastischer Hochleistungskunststoff aus der Familie der Polyaryletherketone, kurz PAEK. Der Werkstoff verbindet eine hohe Temperaturbeständigkeit mit sehr guter mechanischer Festigkeit, geringer Feuchtigkeitsaufnahme und hoher Beständigkeit gegenüber zahlreichen Chemikalien.

PEKK Kunststoff wird vor allem dort eingesetzt, wo konventionelle technische Kunststoffe aufgrund hoher Temperaturen, aggressiver Medien, mechanischer Belastungen oder besonderer Brandschutzanforderungen an ihre Grenzen gelangen. Typische Einsatzgebiete finden sich in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik, im Fahrzeugbau, in der Elektroindustrie sowie im Maschinen- und Anlagenbau.

Martan Plastics unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Hochleistungskunststoffe und bei der Fertigung präziser Kunststoffbauteile nach Zeichnung, Muster oder CAD-Daten.

Was ist PEKK?

PEKK ist ein Hochleistungsthermoplast, dessen Molekülstruktur aus Ether- und Ketongruppen besteht. Es gehört damit zur gleichen Polymerfamilie wie PEEK. Die chemische Struktur der einzelnen PAEK-Werkstoffe unterscheidet sich jedoch in der Anzahl und Anordnung der Ether- und Ketongruppen.

Eine Besonderheit von PEKK ist, dass sich sein Kristallisationsverhalten über die molekulare Struktur gezielt beeinflussen lässt. Je nach Werkstofftype kann PEKK stärker amorph oder teilkristallin eingestellt werden. Dadurch stehen Qualitäten mit unterschiedlichen Verarbeitungs-, Zähigkeits-, Temperatur- und mechanischen Eigenschaften zur Verfügung.

PEKK wird unter anderem als Granulat, Pulver, Filament, Verbundwerkstoff oder Halbzeug angeboten. Welche Form verfügbar und für eine Anwendung geeignet ist, hängt vom Hersteller, der Materialtype und dem vorgesehenen Fertigungsverfahren ab.

Eigenschaften von PEKK Kunststoff

Hohe Temperaturbeständigkeit

PEKK besitzt eine hohe Wärmeformbeständigkeit und kann seine mechanischen Eigenschaften auch bei erhöhten Temperaturen über einen langen Zeitraum bewahren. Die tatsächlich zulässige Dauergebrauchstemperatur hängt jedoch stark von der konkreten PEKK-Type, der mechanischen Belastung, der Bauteilgeometrie und den Umgebungsbedingungen ab.

Für viele Hochtemperaturanwendungen werden je nach Qualität Einsatztemperaturen im Bereich von deutlich über 200 °C genannt. Kurzzeitig können bestimmte PEKK-Qualitäten noch höheren Temperaturen ausgesetzt werden. Eine pauschale Einsatzgrenze von 300 °C lässt sich daraus jedoch nicht für jedes Bauteil ableiten.

Für die konstruktive Auslegung müssen deshalb immer das Datenblatt der vorgesehenen Materialqualität sowie die tatsächliche Belastungssituation berücksichtigt werden.

Hohe mechanische Festigkeit und Steifigkeit

PEKK weist eine hohe Zug-, Druck- und Biegefestigkeit auf. Der Werkstoff kann mechanische Belastungen auch bei erhöhten Temperaturen aufnehmen und besitzt eine vergleichsweise geringe Kriechneigung.

Dadurch eignet sich PEKK unter anderem für tragende Konstruktionselemente, Halterungen, Verbindungselemente, Gehäuse, Lagerkomponenten und andere dauerhaft belastete Präzisionsbauteile.

Durch Glasfasern, Kohlenstofffasern oder weitere Füllstoffe lassen sich Steifigkeit, Festigkeit, Verschleißverhalten und thermische Ausdehnung gezielt verändern. Dabei ist zu beachten, dass faserverstärkte Qualitäten häufig richtungsabhängige Eigenschaften besitzen.

Sehr gute Dimensionsstabilität

PEKK nimmt nur geringe Mengen Feuchtigkeit auf. Dadurch verändern sich die Abmessungen des Werkstoffs unter wechselnden Umgebungsbedingungen vergleichsweise wenig.

Diese Eigenschaft ist insbesondere bei Bauteilen mit engen Toleranzen, wiederholgenauen Positionieraufgaben und hohen Anforderungen an die Formstabilität von Vorteil. Die Dimensionsstabilität hängt dennoch von Temperatur, Spannungszustand, Verarbeitung und Materialmodifikation ab.

Hohe Chemikalienbeständigkeit

PEKK ist gegenüber zahlreichen Säuren, Laugen, Kohlenwasserstoffen, Ölen, Kraftstoffen und organischen Lösungsmitteln beständig. Die chemische Beständigkeit bleibt bei geeigneter Werkstoffauswahl häufig auch bei erhöhten Temperaturen erhalten.

Eine universelle Beständigkeit gegenüber allen Chemikalien besteht jedoch nicht. Kritisch können beispielsweise stark oxidierende Medien oder bestimmte hochkonzentrierte Säuren sein. Vor dem Einsatz müssen deshalb folgende Faktoren geprüft werden:

  • Art des Mediums
  • Konzentration
  • Temperatur
  • Einwirkdauer
  • Druck und mechanische Belastung
  • Spannungszustand des Bauteils
  • verwendete PEKK-Qualität

Gute Hydrolyse- und Sterilisationsbeständigkeit

Geeignete PEKK-Qualitäten besitzen eine gute Beständigkeit gegenüber heißem Wasser und Wasserdampf. Der Werkstoff kann deshalb für Komponenten interessant sein, die gereinigt, desinfiziert oder wiederholt sterilisiert werden.

Ob PEKK für ein konkretes Autoklavier-, Dampf-, Strahlen- oder chemisches Sterilisationsverfahren geeignet ist, muss anhand der Materialtype und der vorgesehenen Prozesszyklen geprüft werden.

Verschleiß- und Reibungsverhalten

PEKK besitzt ein gutes Verschleißverhalten und kann für mechanisch beanspruchte Komponenten eingesetzt werden. Durch spezielle Füllstoffe und Modifikationen lassen sich Reibungskoeffizient, Abriebfestigkeit und Notlaufeigenschaften weiter anpassen.

Typische Anwendungen sind Lagerbuchsen, Führungen, Dichtungsringe, Rollen, Verschleißelemente sowie Komponenten in Pumpen und Ventilen.

Flammwidrigkeit und geringe Rauchentwicklung

PEKK weist ein günstiges Brandverhalten auf und kann je nach Materialqualität, Bauteildicke und Prüfung selbstverlöschende Eigenschaften sowie eine geringe Rauch- und Schadgasentwicklung erreichen.

Das macht den Werkstoff für Anwendungen in der Luftfahrt, Verkehrstechnik und Elektrotechnik interessant. Die Erfüllung konkreter Brandschutznormen darf jedoch nicht allein aus der Werkstoffbezeichnung PEKK abgeleitet werden. Erforderlich sind entsprechende Prüfberichte und Freigaben für die gewählte Qualität.

Elektrische Isolation

Ungefülltes PEKK besitzt gute dielektrische Eigenschaften und kann auch bei erhöhten Temperaturen elektrisch isolierend wirken. Typische Anwendungen umfassen Isolierkörper, Steckverbinder, Sensorkomponenten, Spulenkörper und elektrische Gehäuse.

Für Anwendungen, in denen elektrostatische Ladungen vermieden oder gezielt abgeleitet werden müssen, können elektrisch ableitfähige oder leitfähige PEKK-Compounds eingesetzt werden.

Strahlenbeständigkeit

PEKK besitzt eine hohe Beständigkeit gegenüber verschiedenen Formen ionisierender Strahlung. Dadurch kommt der Werkstoff grundsätzlich für Anwendungen in der Medizintechnik, Analytik, Luft- und Raumfahrt sowie in weiteren strahlenbelasteten Umgebungen infrage.

Die konkrete Beständigkeit hängt von Strahlungsart, Dosis, Temperatur, Atmosphäre und Materialqualität ab.

Technische Kennwerte von PEKK

PEKK ist keine einzelne, vollständig einheitliche Materialsorte. Die technischen Werte unterscheiden sich je nach Polymerstruktur, Kristallinität, Hersteller, Verstärkung, Additivierung und Verarbeitungsverfahren. Die folgende Übersicht dient daher lediglich der grundsätzlichen Einordnung.

Eigenschaft Typische Einordnung
Werkstofffamilie Polyaryletherketone, PAEK
Werkstoffart thermoplastischer Hochleistungskunststoff
Struktur je nach Type amorph bis teilkristallin
Dichte abhängig von Qualität und Verstärkung, häufig etwa 1,3 g/cm³ bei ungefüllten Typen
Temperaturbeständigkeit sehr hoch, konkrete Dauergebrauchstemperatur qualitäts- und belastungsabhängig
Mechanische Festigkeit hoch bis sehr hoch
Chemikalienbeständigkeit gegenüber zahlreichen Medien sehr hoch
Feuchtigkeitsaufnahme gering
Elektrische Eigenschaften ungefüllt gut isolierend
Brennverhalten günstig, abhängig von Materialtype und Bauteildicke
Verarbeitung Spritzguss, Extrusion, Pressverfahren, 3D-Druck und Zerspanung

Für Berechnungen, Zulassungen und die konstruktive Auslegung sind ausschließlich die technischen Daten der konkret vorgesehenen PEKK-Qualität maßgeblich.

PEKK-Varianten und Modifikationen

Ungefülltes PEKK

Ungefülltes PEKK bietet ein ausgewogenes Verhältnis aus Festigkeit, Zähigkeit, chemischer Beständigkeit und elektrischer Isolation. Es eignet sich unter anderem für Präzisionsbauteile, elektrische Komponenten und Anwendungen mit hohen Reinheitsanforderungen.

Glasfaserverstärktes PEKK

Glasfasern erhöhen vor allem die Steifigkeit, Maßhaltigkeit und Formbeständigkeit. Gleichzeitig können sich Zähigkeit, Oberflächenqualität und Bearbeitungsverhalten verändern.

Kohlenstofffaserverstärktes PEKK

Kohlenstofffasern ermöglichen eine sehr hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit bei vergleichsweise geringem Gewicht. Solche PEKK-Verbundwerkstoffe werden insbesondere für Leichtbau- und Strukturbauteile eingesetzt.

Gleitmodifizierte PEKK-Qualitäten

Durch Zusätze wie PTFE, Graphit oder Kohlenstofffasern können Reibungs- und Verschleißeigenschaften verbessert werden. Solche Compounds eignen sich beispielsweise für Lager-, Führungs- und Dichtungsanwendungen.

Elektrisch ableitfähiges oder leitfähiges PEKK

Leitfähige Füllstoffe können den elektrischen Widerstand von PEKK gezielt reduzieren. Dadurch stehen Werkstoffvarianten für ESD-Bereiche, elektronische Fertigungsumgebungen und weitere Anwendungen zur Verfügung, bei denen elektrostatische Ladungen kontrolliert werden müssen.

Medizinische PEKK-Qualitäten

Für medizinische Anwendungen werden speziell geprüfte und dokumentierte PEKK-Qualitäten angeboten. Abhängig vom Produkt können Nachweise zur Biokompatibilität, Sterilisierbarkeit oder Rückverfolgbarkeit vorliegen.

Die Bezeichnung PEKK allein ist jedoch kein Nachweis für Biokompatibilität oder eine Zulassung als Implantatwerkstoff. Für medizinische Anwendungen müssen immer die konkrete Materialqualität, die regulatorischen Anforderungen und die vorgesehene Anwendung geprüft werden.

Verarbeitung von PEKK

PEKK lässt sich thermoplastisch verarbeiten. Aufgrund der hohen Verarbeitungstemperaturen stellt der Werkstoff jedoch besondere Anforderungen an Maschinen, Werkzeuge, Temperaturführung und Materialtrocknung.

Spritzguss

Im Spritzguss können komplexe PEKK-Bauteile wirtschaftlich in größeren Stückzahlen hergestellt werden. Erforderlich sind Anlagen, die für hohe Schmelze- und Werkzeugtemperaturen ausgelegt sind.

Die Prozessführung beeinflusst unter anderem Kristallinität, Schwindung, Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität und mechanische Eigenschaften des fertigen Bauteils.

Extrusion und Halbzeugherstellung

PEKK kann zu Profilen, Platten, Stäben, Folien oder anderen Halbzeugformen extrudiert werden. Die tatsächliche Verfügbarkeit hängt von der PEKK-Qualität und dem jeweiligen Hersteller ab.

Weitere Informationen zu entsprechenden Fertigungsverfahren finden Sie im Bereich Extrudieren von Kunststoffen und bei unseren Kunststoffhalbzeugen.

Pressverfahren

PEKK-Pulver oder vorgefertigte Ausgangsmaterialien können abhängig von der Qualität auch in Press- und Konsolidierungsverfahren verarbeitet werden. Diese Verfahren werden unter anderem bei dickwandigen Bauteilen und faserverstärkten Verbundwerkstoffen eingesetzt.

3D-Druck mit PEKK

PEKK eignet sich für den industriellen Hochtemperatur-3D-Druck. Im Vergleich zu PEEK lässt sich das Kristallisationsverhalten bestimmter PEKK-Qualitäten besser kontrollieren. Dadurch können Verzug und innere Spannungen bei geeigneter Prozessführung reduziert werden.

Die Verarbeitung erfordert dennoch spezielle Hochtemperaturdrucker mit kontrollierter Bauraumtemperatur, beheiztem Druckbett, geeigneter Düse und abgestimmter Materialtrocknung. Mehr über das Verfahren erfahren Sie unter industrieller 3D-Druck.

Mechanische Bearbeitung von PEKK

Aus PEKK-Halbzeugen lassen sich präzise Fertigteile durch spanende Bearbeitung herstellen. Geeignete Verfahren sind insbesondere:

Bei der Bearbeitung müssen Wärmeentwicklung, Spannungen im Halbzeug, Werkzeuggeometrie, Schnittwerte und Kühlung berücksichtigt werden. Faserverstärkte PEKK-Qualitäten verursachen einen erhöhten Werkzeugverschleiß und erfordern besonders verschleißfeste Schneidwerkzeuge.

Bei engen Toleranzen oder komplexen Geometrien kann eine spannungsarme Bearbeitungsstrategie mit mehreren Bearbeitungsstufen erforderlich sein. Martan Plastics fertigt im Bereich der Kunststoffbearbeitung präzise Bauteile nach Ihren technischen Vorgaben.

Verbinden und Kleben von PEKK

PEKK kann abhängig von Bauteilgeometrie und Materialqualität durch verschiedene Verfahren verbunden werden. Dazu gehören thermische Schweißverfahren, mechanische Verbindungen und Klebeverbindungen.

Das Kleben ist aufgrund der vergleichsweise geringen Oberflächenenergie anspruchsvoll. Eine geeignete Vorbehandlung kann die Haftung verbessern. Mögliche Verfahren sind:

  • Plasmabehandlung
  • Corona-Behandlung
  • chemische Oberflächenaktivierung
  • mechanisches Aufrauen
  • abgestimmte Primer und Haftvermittler

Die Eignung einer Verbindung muss unter den realen thermischen, chemischen und mechanischen Belastungen geprüft werden.

Anwendungsbereiche von PEKK Kunststoff

Luft- und Raumfahrt

In der Luft- und Raumfahrt wird PEKK wegen seines günstigen Verhältnisses aus Gewicht, mechanischer Leistungsfähigkeit, Temperaturbeständigkeit und Brandverhalten eingesetzt.

Typische Anwendungen sind:

  • Struktur- und Verstärkungselemente
  • Halterungen und Verbindungsteile
  • Innenraumkomponenten
  • Kabelhalter und Isolierbauteile
  • Rohr-, Pumpen- und Ventilkomponenten
  • additiv gefertigte Funktionsbauteile
  • faserverstärkte Leichtbauteile

Für Luftfahrtanwendungen sind die jeweils geforderten Brandschutz-, Rauchgas-, Dokumentations- und Freigabenachweise entscheidend.

Medizintechnik und Healthcare

Geeignete medizinische PEKK-Qualitäten können für chirurgische Instrumente, sterilisierbare Komponenten, Gerätebauteile und ausgewählte implantologische Anwendungen verwendet werden.

Vorteilhaft sind insbesondere die mechanische Festigkeit, Röntgentransparenz, Sterilisierbarkeit und chemische Beständigkeit bestimmter Qualitäten. Die konkrete Eignung muss anhand der regulatorischen Anforderungen und der vorgesehenen Anwendung nachgewiesen werden.

Weitere Informationen finden Sie bei unseren Kunststofflösungen für die Medizintechnik und den Bereich Healthcare.

Fahrzeugbau und Mobilität

Im Fahrzeugbau kommt PEKK für thermisch und mechanisch hochbelastete Komponenten infrage. Dazu zählen Bauteile im Umfeld von Antriebssystemen, Kraftstoffen, Schmierstoffen, Leistungselektronik und Hochvolttechnik.

Durch den gezielten Ersatz metallischer Komponenten kann PEKK zur Gewichtsreduzierung beitragen. Ob ein Metallersatz technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, muss jedoch für jedes Bauteil gesondert geprüft werden.

Elektroindustrie und Elektronik

Aufgrund seiner elektrischen Isolation, Temperaturbeständigkeit und geringen Feuchtigkeitsaufnahme eignet sich PEKK für anspruchsvolle Bauteile in der Elektroindustrie und Elektronik.

Mögliche Anwendungen sind:

  • Steckverbinder
  • Isolatoren und Isolierhülsen
  • Spulenkörper
  • Sensorhalterungen
  • Hochtemperaturgehäuse
  • Komponenten für Hochvolt-Systeme

Maschinen- und Anlagenbau

Im Maschinen- und Anlagenbau kann PEKK für Bauteile eingesetzt werden, bei denen hohe Temperaturen, aggressive Medien und mechanische Belastungen gleichzeitig auftreten.

Typische Bauteile sind Führungen, Lagerbuchsen, Dichtungsringe, Ventilsitze, Pumpenkomponenten, Greifer, Halterungen und verschleißbeanspruchte Funktionselemente.

Öl- und Gasindustrie

In der Öl- und Gasindustrie können geeignete PEKK-Qualitäten für Dichtungen, Stützringe, Ventilkomponenten, elektrische Isolierungen und medienberührte Bauteile eingesetzt werden.

Entscheidend sind dabei unter anderem Druck, Temperatur, Medienzusammensetzung, Einwirkdauer und die Beständigkeit gegenüber Gasen und Chemikalien unter realen Betriebsbedingungen.

Halbleiter- und Reinraumtechnik

Ungefüllte oder speziell formulierte PEKK-Qualitäten können für Anwendungen mit hohen Reinheits-, Temperatur- und Chemikalienanforderungen interessant sein. Mögliche Einsatzbereiche sind Halterungen, Isolatoren, Prozesskomponenten und präzise Funktionsteile.

Für diese Anwendungen müssen Ausgasung, Partikelverhalten, Reinheit und chemische Beständigkeit der konkreten Materialtype geprüft werden. Weitere Einsatzfelder finden Sie in den Bereichen Semiconductor und Reinraumtechnik.

PEKK im Vergleich zu PEEK, PTFE und PEI

PEKK ist nicht grundsätzlich besser als andere Hochleistungskunststoffe. Der geeignete Werkstoff ergibt sich aus dem konkreten Anforderungsprofil, der verfügbaren Halbzeugform, dem Fertigungsverfahren und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Kriterium PEKK PEEK PTFE PEI
Temperaturbeständigkeit sehr hoch sehr hoch sehr hoch hoch
Mechanische Festigkeit hoch bis sehr hoch sehr hoch vergleichsweise gering hoch
Chemikalienbeständigkeit sehr hoch sehr hoch nahezu universell gut bis sehr gut
Feuchtigkeitsaufnahme gering gering sehr gering gering
Elektrische Isolation ungefüllt sehr gut ungefüllt sehr gut sehr gut sehr gut
3D-Druck für geeignete Typen besonders interessant möglich, aber sehr anspruchsvoll nur mit speziellen Verfahren gut möglich
Verfügbarkeit als Halbzeug vergleichsweise begrenzt umfangreich sehr umfangreich gut

PEKK oder PEEK?

PEEK ist als Halbzeug und Werkstoff für die spanende Fertigung meist breiter verfügbar. PEKK bietet dagegen über seine einstellbare Kristallisationsgeschwindigkeit Vorteile bei bestimmten additiven Fertigungsverfahren und Verbundwerkstoffanwendungen.

Aussagen, PEKK sei grundsätzlich temperaturbeständiger, chemisch beständiger oder leichter zu verarbeiten als PEEK, greifen zu kurz. Die tatsächlichen Unterschiede hängen von der jeweiligen PEKK- und PEEK-Qualität sowie vom Fertigungsverfahren ab.

PEKK oder PTFE?

PTFE bietet eine außergewöhnlich breite Chemikalienbeständigkeit und sehr geringe Reibung. PEKK besitzt dagegen eine deutlich höhere mechanische Festigkeit und Steifigkeit.

PTFE eignet sich deshalb besonders für Dichtungen, Gleitflächen und hochchemikalienbeständige Komponenten. PEKK ist häufig vorteilhaft, wenn zusätzlich hohe mechanische Belastbarkeit und Dimensionsstabilität gefordert sind.

PEKK oder PEI?

PEI ist ein amorpher Hochleistungsthermoplast mit hoher Dimensionsstabilität, guten elektrischen Eigenschaften und günstigerem Verarbeitungsverhalten. PEKK bietet in vielen Qualitäten eine höhere chemische und thermische Belastbarkeit, ist jedoch meist teurer und anspruchsvoller zu verarbeiten.

Vorteile von PEKK

  • sehr hohe thermische Belastbarkeit
  • hohe mechanische Festigkeit und Steifigkeit
  • geringe Kriechneigung
  • geringe Feuchtigkeitsaufnahme
  • sehr gute Dimensionsstabilität
  • hohe Beständigkeit gegenüber zahlreichen Chemikalien
  • gute Hydrolyse- und Sterilisationsbeständigkeit geeigneter Qualitäten
  • günstiges Brand-, Rauch- und Schadgasverhalten
  • gute elektrische Isolation bei ungefüllten Typen
  • hohe Strahlenbeständigkeit
  • für Leichtbauanwendungen geeignet
  • thermoplastisch verarbeitbar
  • für Hochtemperatur-3D-Druck geeignet
  • als faserverstärkter Verbundwerkstoff verfügbar

Grenzen und Nachteile von PEKK

PEKK ist ein technisch leistungsfähiger, aber anspruchsvoller und vergleichsweise teurer Werkstoff. Sein Einsatz ist vor allem dann wirtschaftlich, wenn mehrere besondere Eigenschaften gleichzeitig benötigt werden.

Zu den möglichen Einschränkungen gehören:

  • hohes Preisniveau
  • begrenztere Halbzeugverfügbarkeit als bei PEEK
  • hohe Verarbeitungs- und Werkzeugtemperaturen
  • notwendige Materialtrocknung vor vielen Verarbeitungsverfahren
  • anspruchsvolle Prozessführung
  • mögliche innere Spannungen und Verzug
  • erhöhter Werkzeugverschleiß bei faserverstärkten Qualitäten
  • aufwendige Klebevorbereitung
  • richtungsabhängige Eigenschaften bei Faserverbund- und 3D-Druck-Bauteilen
  • qualitätsspezifische Zulassungen und Nachweise

Wann ist PEKK der richtige Kunststoff?

PEKK kommt insbesondere dann infrage, wenn ein Bauteil gleichzeitig mehreren hohen Belastungen ausgesetzt ist. Dazu zählen beispielsweise:

  • hohe oder wechselnde Temperaturen
  • starke mechanische Belastungen
  • aggressive Chemikalien oder Betriebsmedien
  • enge Maß- und Formtoleranzen
  • elektrische Isolationsanforderungen
  • strenge Anforderungen an Brand- und Rauchverhalten
  • wiederholte Reinigungs- oder Sterilisationszyklen
  • hohe Strahlenbelastung
  • Leichtbauanforderungen
  • additive Fertigung komplexer Hochtemperaturbauteile

Bei moderaten Temperaturen und geringeren Belastungen können wirtschaftlichere technische Kunststoffe wie POM, PA, PET oder PPS ausreichend sein. Die Werkstoffauswahl sollte deshalb immer auf Grundlage des vollständigen Anforderungsprofils erfolgen.

PEKK-Bauteile von Martan Plastics

Martan Plastics unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Hochleistungswerkstoffe sowie bei der Fertigung von Kunststoffbauteilen nach Zeichnung, Muster oder CAD-Daten. Je nach Verfügbarkeit und Anforderung können PEKK-Halbzeuge, Zuschnitte oder präzise bearbeitete Fertigteile realisiert werden.

Für eine belastbare technische Bewertung sind insbesondere folgende Angaben hilfreich:

  • Bauteilzeichnung oder CAD-Daten
  • Abmessungen und Toleranzen
  • Einsatztemperatur und Temperaturverlauf
  • mechanische Belastung
  • Kontaktmedien und Konzentrationen
  • Druck und Einwirkdauer
  • Stückzahl
  • gewünschtes Fertigungsverfahren
  • erforderliche Zulassungen und Zertifikate
  • besondere Anforderungen an Reinheit, Brandverhalten oder elektrische Eigenschaften

Auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob PEKK technisch und wirtschaftlich geeignet ist oder ob ein anderer Hochleistungskunststoff die bessere Lösung darstellt.

Häufige Fragen zu PEKK Kunststoff

Was bedeutet PEKK?

PEKK steht für Polyetherketonketon. Der thermoplastische Hochleistungskunststoff gehört zur Werkstofffamilie der Polyaryletherketone, kurz PAEK.

Ist PEKK ein Thermoplast?

Ja. PEKK ist ein thermoplastischer Kunststoff und kann bei ausreichend hoher Temperatur aufgeschmolzen und durch Spritzguss, Extrusion, Pressverfahren oder additive Fertigung verarbeitet werden.

Wie temperaturbeständig ist PEKK?

PEKK besitzt eine sehr hohe Temperaturbeständigkeit. Die zulässige Dauergebrauchstemperatur hängt jedoch von Materialtype, Belastung, Bauteilgeometrie, Umgebungsmedium und geforderter Lebensdauer ab. Für eine konkrete Auslegung ist das Datenblatt der vorgesehenen Qualität erforderlich.

Was ist der Unterschied zwischen PEKK und PEEK?

Beide Werkstoffe gehören zur PAEK-Familie. Sie unterscheiden sich in ihrer molekularen Struktur und ihrem Kristallisationsverhalten. PEEK ist als Halbzeug meist breiter verfügbar, während bestimmte PEKK-Qualitäten Vorteile bei der additiven Fertigung und bei faserverstärkten Verbundwerkstoffen bieten können.

Ist PEKK chemikalienbeständig?

PEKK ist gegenüber zahlreichen Säuren, Laugen, Ölen, Kraftstoffen und Lösungsmitteln beständig. Die Eignung muss dennoch für das konkrete Medium, dessen Konzentration, die Temperatur und die Einwirkdauer geprüft werden.

Ist PEKK für den 3D-Druck geeignet?

Ja. Bestimmte PEKK-Qualitäten eignen sich sehr gut für den industriellen Hochtemperatur-3D-Druck. Erforderlich sind jedoch geeignete Maschinen, hohe Düsen- und Bauraumtemperaturen, sorgfältige Materialtrocknung und eine abgestimmte Prozessführung.

Ist PEKK biokompatibel?

Einige speziell entwickelte und geprüfte PEKK-Qualitäten können biokompatibel sein. Aus der allgemeinen Werkstoffbezeichnung PEKK lässt sich jedoch keine Biokompatibilität oder medizinische Zulassung ableiten. Maßgeblich sind die Nachweise der konkreten Materialtype.

Kann PEKK spanend bearbeitet werden?

Ja. PEKK kann gefräst, gedreht, gebohrt, gesägt und geschliffen werden. Für enge Toleranzen sind eine kunststoffgerechte Bearbeitungsstrategie, scharfe Werkzeuge und eine kontrollierte Wärmeabfuhr erforderlich.

Welche Nachteile hat PEKK?

Zu den wichtigsten Nachteilen gehören das hohe Preisniveau, die anspruchsvolle Verarbeitung, die begrenzte Verfügbarkeit bestimmter Halbzeugformen und der erhöhte Werkzeugverschleiß bei faserverstärkten Qualitäten.

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