PS Kunststoff – Eigenschaften, technische Daten & Anwendungen von Polystyrol

PS Kunststoff ist die Kurzbezeichnung für Polystyrol. Der thermoplastische Kunststoff gehört zu den am häufigsten eingesetzten Standardkunststoffen und wird vor allem aufgrund seiner guten Formbarkeit, hohen Oberflächenqualität und wirtschaftlichen Verarbeitung verwendet.

Unmodifiziertes Polystyrol ist hart, steif und bei geeigneter Materialqualität transparent. Gleichzeitig reagiert der Werkstoff vergleichsweise empfindlich auf Stöße, Kerben, erhöhte Temperaturen und bestimmte Chemikalien. Für Anwendungen mit höheren mechanischen Anforderungen wird deshalb häufig schlagzäh modifiziertes Polystyrol eingesetzt.

Ob PS für ein Bauteil geeignet ist, hängt nicht allein vom Preis oder der gewünschten Form ab. Entscheidend sind Belastung, Temperatur, Kontaktmedien, Umgebungsbedingungen, Wandstärke und das vorgesehene Fertigungsverfahren.

Was ist PS Kunststoff?

PS steht für Polystyrol. Der Werkstoff entsteht durch die Polymerisation von Styrol und gehört zur Gruppe der thermoplastischen Kunststoffe. Thermoplaste erweichen bei Erwärmung und lassen sich dadurch wiederholt formen.

Polystyrol besitzt eine amorphe Molekülstruktur. Die Polymerketten bilden keine ausgeprägten kristallinen Bereiche. Diese Struktur ermöglicht bei ungefüllten Standardtypen eine hohe Transparenz und eine gleichmäßige Oberfläche.

PS wird abhängig von seiner Zusammensetzung und Verarbeitung unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten:

  • Standard-Polystyrol

  • Normal-Polystyrol

  • GPPS

  • Kristall-Polystyrol

  • schlagzähes Polystyrol

  • HIPS

  • expandiertes Polystyrol

  • extrudiertes Polystyrol

Diese Varianten unterscheiden sich erheblich. Eine allgemeine Angabe wie „Bauteil aus Polystyrol“ reicht für eine technische Werkstoffauswahl daher häufig nicht aus.

Was bedeuten GPPS, HIPS, EPS und XPS?

Polystyrol ist nicht nur ein einzelner Werkstoff. Unter der Bezeichnung werden mehrere Materialien zusammengefasst, die teilweise sehr unterschiedliche Eigenschaften und Einsatzgebiete besitzen.

GPPS: transparentes Standard-Polystyrol

GPPS steht für General Purpose Polystyrene. Es handelt sich um weitgehend unmodifiziertes Standard-Polystyrol.

GPPS ist typischerweise:

  • transparent

  • hart

  • steif

  • dimensionsstabil

  • gut einfärbbar

  • elektrisch isolierend

  • vergleichsweise spröde

Das Material wird unter anderem für transparente Behälter, Verpackungen, Abdeckungen, Displays und Formteile verwendet, die keiner hohen Stoßbelastung ausgesetzt sind.

HIPS: schlagzäh modifiziertes Polystyrol

HIPS steht für High Impact Polystyrene. Bei diesem Material wird Polystyrol durch elastomere beziehungsweise kautschukartige Bestandteile modifiziert.

Dadurch wird der Werkstoff deutlich schlagzäher und weniger bruchempfindlich. Im Gegenzug ist HIPS normalerweise nicht transparent.

Ausführliche Informationen zu dieser Werkstoffvariante finden Sie unter:

https://martanplastics.com/werkstoffe/high-impact-polystyrene/

HIPS wird unter anderem für Gehäuse, Verkleidungen, Displays, Tiefziehteile, Trays und Verpackungseinsätze eingesetzt.

EPS: expandiertes Polystyrol

EPS ist ein aufgeschäumtes Polystyrol. Es besteht aus vielen miteinander verbundenen, geschäumten Partikeln und weist eine sehr geringe Dichte auf.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Wärmedämmung

  • Schutzverpackungen

  • Transportbehälter

  • Formteile zur Stoßdämpfung

  • Leichtbauanwendungen

EPS wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig unter einem bekannten Markennamen bezeichnet. Technisch handelt es sich jedoch um expandiertes Polystyrol.

XPS: extrudiertes Polystyrol

XPS wird in einem kontinuierlichen Extrusionsprozess aufgeschäumt. Gegenüber EPS besitzt es üblicherweise eine gleichmäßigere und geschlossenere Zellstruktur.

Das Material wird vor allem als druckfester Dämmstoff eingesetzt. Für kompakte technische Bauteile aus Polystyrol sind dagegen GPPS oder HIPS relevanter.

Eigenschaften von PS Kunststoff

Standard-Polystyrol verbindet eine hohe Steifigkeit mit guter Oberflächenqualität und wirtschaftlicher Verarbeitung. Seine Grenzen liegen hauptsächlich in der geringen Schlagzähigkeit und der begrenzten Wärmebeständigkeit.

Mechanische Eigenschaften

Unmodifiziertes PS ist hart und steif. Unter gleichmäßiger, statischer Belastung kann der Werkstoff formstabil bleiben. Bei schlagartiger Belastung oder an scharfkantigen Kerben besteht jedoch eine erhöhte Bruchgefahr.

Besonders kritisch sind:

  • Stoßbelastungen

  • fallende Gegenstände

  • Kerben

  • scharfkantige Übergänge

  • hohe punktuelle Kräfte

  • dynamische Wechselbelastungen

Für mechanisch beanspruchte Bauteile sollte deshalb geprüft werden, ob HIPS, ABS, Polycarbonat oder ein technischer Konstruktionskunststoff geeigneter ist.

Optische Eigenschaften

Unmodifiziertes GPPS kann eine hohe Transparenz und einen ausgeprägten Oberflächenglanz besitzen. Das Material eignet sich deshalb für Anwendungen, bei denen Inhalte sichtbar bleiben oder eine glatte, hochwertige Oberfläche gewünscht wird.

Die Transparenz kann jedoch durch Einfärbung, Füllstoffe, Additive oder eine Schlagzähmodifizierung verloren gehen.

Gewicht und Dichte

Kompaktes Polystyrol besitzt typischerweise eine Dichte von ungefähr 1,04 bis 1,06 g/cm³. Damit liegt der Werkstoff nur geringfügig über der Dichte von Wasser.

Geschäumte Varianten wie EPS und XPS besitzen aufgrund ihres hohen Luftanteils eine wesentlich geringere Rohdichte.

Wasseraufnahme

PS nimmt nur wenig Wasser auf. Dadurch verändern sich Abmessungen und elektrische Eigenschaften unter normalen Feuchtebedingungen vergleichsweise wenig.

Eine geringe Wasseraufnahme bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Werkstoff für jeden dauerhaften Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln oder wässrigen Chemikalien geeignet ist. Hier muss die konkrete Materialqualität geprüft werden.

Elektrische Eigenschaften

Polystyrol besitzt gute elektrische Isoliereigenschaften. Es wird deshalb auch für isolierende Gehäuse, Abdeckungen und elektrotechnische Formteile verwendet.

Bei einer elektrotechnischen Anwendung müssen zusätzlich berücksichtigt werden:

  • Einsatztemperatur

  • Kriechstromfestigkeit

  • Wandstärke

  • Brandverhalten

  • erforderliche Zulassungen

  • Feuchtebelastung

  • mögliche elektrostatische Aufladung

Temperaturbeständigkeit

PS Kunststoff ist nur begrenzt temperaturbeständig. Bereits bei mäßig erhöhten Temperaturen können Steifigkeit und Formstabilität abnehmen.

Die tatsächlich zulässige Gebrauchstemperatur hängt von der konkreten Werkstofftype, der Belastung, der Bauteilgeometrie und der Belastungsdauer ab. Für dauerhaft wärmebelastete Bauteile ist Standard-PS häufig nicht die geeignete Wahl.

Soll das Bauteil bei höheren Temperaturen eingesetzt werden, kommen je nach Anforderung unter anderem ABS, Polycarbonat, PPE-Blends oder Hochleistungskunststoffe infrage.

Informationen zu Polycarbonat finden Sie unter:

https://martanplastics.com/werkstoffe/polycarbonat/

PPE wird häufig als Blend mit Polystyrol eingesetzt, um unter anderem Wärmeformbeständigkeit, Maßstabilität und Verarbeitbarkeit gezielt aufeinander abzustimmen:

https://martanplastics.com/werkstoffe/polyphenylenether/

Witterungs- und UV-Beständigkeit

Unmodifiziertes Polystyrol ist für einen langfristigen Einsatz im Freien nur eingeschränkt geeignet. UV-Strahlung und Witterung können zu Verfärbungen, Oberflächenveränderungen und einer zunehmenden Versprödung führen.

Für Außenanwendungen sind eine UV-stabilisierte Qualität, ein geeigneter Oberflächenschutz oder ein witterungsbeständigerer Kunststoff erforderlich.

Chemikalienbeständigkeit

PS ist gegenüber Wasser und verschiedenen wässrigen Medien grundsätzlich beständig. Gegenüber zahlreichen organischen Lösemitteln zeigt der Werkstoff jedoch eine geringe Beständigkeit.

Kritisch können beispielsweise sein:

  • aromatische Kohlenwasserstoffe

  • chlorierte Kohlenwasserstoffe

  • Ketone

  • Ester

  • bestimmte Kraftstoffe

  • ätherische Öle

  • lösemittelhaltige Reiniger

  • Klebstoffe mit ungeeigneten Lösungsmitteln

Der Werkstoff kann bei Kontakt quellen, Spannungsrisse bilden, sich verformen oder vollständig angelöst werden.

Vor dem Einsatz sollte deshalb nicht nur der Name einer Chemikalie geprüft werden. Konzentration, Temperatur, Einwirkdauer, vorhandene Bauteilspannung und Wechselwirkungen mit Reinigungsprozessen sind ebenfalls relevant.

Typische technische Daten von PS Kunststoff

Die folgende Tabelle zeigt typische Orientierungswerte für kompaktes Standard-Polystyrol. Die tatsächlichen Kennwerte können abhängig von Hersteller, Werkstofftype, Additiven, Einfärbung und Prüfverfahren abweichen.

EigenschaftTypischer Orientierungsbereich
Dichteca. 1,04–1,06 g/cm³
Zugfestigkeitca. 35–60 MPa
Elastizitätsmodulca. 2.800–3.500 MPa
Wasseraufnahmegering
Glasübergangstemperaturungefähr 90–105 °C
Transparenzbei GPPS hoch
Schlagzähigkeitbei Standard-PS gering
Elektrische Isolationgut
UV-Beständigkeitohne Stabilisierung begrenzt
Schwindung bei der Verarbeitungvergleichsweise gering

Die Glasübergangstemperatur darf nicht mit einer allgemein zulässigen Dauergebrauchstemperatur gleichgesetzt werden. Ein Bauteil kann sich unter mechanischer Belastung bereits deutlich unterhalb dieser Temperatur verformen.

Für die Konstruktion sind daher die Kennwerte des konkret angebotenen Materials maßgeblich.

Vorteile von PS Kunststoff

PS ist vor allem dann interessant, wenn ein wirtschaftlicher, steifer und gut formbarer Kunststoff für moderate Einsatzbedingungen benötigt wird.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • wirtschaftlicher Standardkunststoff

  • hohe Steifigkeit

  • gute Maßhaltigkeit

  • geringe Wasseraufnahme

  • glatte Oberflächen

  • bei GPPS hohe Transparenz

  • gute Einfärbbarkeit

  • gute elektrische Isolation

  • gute Eignung für Spritzguss

  • gute Eignung für Thermoformen

  • vergleichsweise geringe Verarbeitungsschwindung

  • grundsätzlich thermoplastisch recycelbar

Der Werkstoff lässt sich in großen Stückzahlen effizient verarbeiten. Dadurch ist Polystyrol insbesondere bei Verpackungen, Gehäusen, Einwegprodukten und großflächigen Formteilen verbreitet.

Nachteile und Grenzen von Polystyrol

Die Vorteile dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Standard-PS kein hoch belastbarer Konstruktionskunststoff ist.

Wichtige Einschränkungen sind:

  • geringe Schlagzähigkeit

  • ausgeprägte Kerbempfindlichkeit

  • begrenzte Wärmeformbeständigkeit

  • eingeschränkte UV- und Witterungsbeständigkeit

  • Empfindlichkeit gegenüber vielen Lösungsmitteln

  • Spannungsrissgefahr

  • begrenzte Eignung für dynamisch belastete Bauteile

  • teilweise ungünstiges Brandverhalten

  • geringe Reserven bei dauerhafter mechanischer Belastung

Standard-PS sollte deshalb nicht allein aufgrund seines günstigen Preises ausgewählt werden. Ein frühzeitiger Bruch oder eine temperaturbedingte Verformung kann die vermeintliche Materialersparnis schnell aufheben.

Wofür wird PS Kunststoff verwendet?

PS wird sowohl kompakt als auch geschäumt eingesetzt. Die konkreten Anwendungen hängen stark von der jeweiligen Materialvariante ab.

Verpackungen

Polystyrol wird für Schalen, Becher, Behälter, Sichtverpackungen, Trays und Verpackungseinsätze verwendet.

Bei Verpackungen mit möglichem Lebensmittelkontakt ist eine ausdrücklich geeignete und konforme Materialqualität erforderlich. Die allgemeine Werkstoffbezeichnung PS ist kein ausreichender Nachweis für die Lebensmittelkonformität.

Gehäuse und Abdeckungen

HIPS wird häufig für großflächige Gehäuse, Geräteverkleidungen und Abdeckungen eingesetzt. Der Werkstoff lässt sich gut formen und bietet eine gleichmäßige Oberfläche.

Für stärker belastete Gehäuse kann ABS die technisch bessere Alternative sein:

https://martanplastics.com/werkstoffe/abs/

Displays und Werbetechnik

Die glatte Oberfläche, gute Bedruckbarkeit und einfache Formbarkeit machen PS beziehungsweise HIPS interessant für:

  • Verkaufsdisplays

  • Beschilderungen

  • Dekorationselemente

  • Informationsträger

  • Produktpräsentationen

  • Messebau

Elektro- und Elektronikprodukte

Polystyrol kann für isolierende Gehäuseteile, Abdeckungen und Komponenten verwendet werden, sofern Temperatur, Brandschutz und mechanische Belastung dies zulassen.

Modellbau und Prototypen

PS-Platten und HIPS-Platten werden im Modellbau sowie für Anschauungsmodelle, Verkleidungen und einfache Prototypen eingesetzt. Dünne Platten lassen sich schneiden, verkleben und thermisch umformen.

Dämmung und Schutzverpackungen

Geschäumte Polystyrolvarianten werden zur Wärmedämmung und zum Schutz empfindlicher Produkte eingesetzt. Diese Materialien sind nicht mit massiven PS-Platten oder technischen Formteilen gleichzusetzen.

PS Kunststoff als Platte, Folie und Formteil

Polystyrol ist in verschiedenen Lieferformen erhältlich. Dazu gehören unter anderem:

  • Platten

  • Folien

  • Rollenware

  • Profile

  • Spritzgussteile

  • tiefgezogene Formteile

  • geschäumte Formteile

  • Zuschnitte

Welche Lieferform sinnvoll ist, hängt von Stückzahl, Bauteilgröße, Wandstärke, Geometrie und gewünschtem Fertigungsverfahren ab.

Eine Übersicht zu industriellen Kunststoffhalbzeugen finden Sie unter:

https://martanplastics.com/loesungen/kunststoffhalbzeuge/

Wie wird PS Kunststoff verarbeitet?

Polystyrol lässt sich mit mehreren industriellen Verfahren verarbeiten. Besonders verbreitet sind Spritzguss, Extrusion und Thermoformen.

Spritzguss

PS weist ein gutes Fließverhalten auf und kann im Spritzguss wirtschaftlich zu komplexen Formteilen verarbeitet werden. Die vergleichsweise geringe Schwindung erleichtert die Herstellung maßhaltiger Bauteile.

Das Verfahren eignet sich vor allem für größere Stückzahlen, bei denen sich die Kosten für das Werkzeug auf viele Bauteile verteilen.

Weitere Informationen:

https://martanplastics.com/loesungen/spritzguss/

Extrusion

Durch Extrusion lassen sich Folien, Platten und Profile kontinuierlich herstellen. Das Material wird aufgeschmolzen und durch ein formgebendes Werkzeug geführt.

Informationen zum Extrusionsverfahren finden Sie unter:

https://martanplastics.com/loesungen/extrudieren/

Thermoformen und Tiefziehen

PS und insbesondere HIPS lassen sich gut thermisch formen. Dabei wird eine Platte oder Folie erwärmt und mithilfe von Druck, Vakuum oder mechanischer Formgebung an ein Werkzeug angepasst.

Typische Produkte sind:

  • Verpackungsschalen

  • Trays

  • Innenverkleidungen

  • Gehäuseschalen

  • Displays

  • Abdeckungen

Kleben und Fügen

PS kann grundsätzlich geklebt werden. Die Auswahl des Klebstoffs muss jedoch sorgfältig erfolgen, weil bestimmte Lösungsmittel den Kunststoff angreifen oder Spannungsrisse verursachen können.

Vor einer Serienanwendung empfiehlt sich ein Fügeversuch mit dem konkreten Material, dem vorgesehenen Klebstoff und der tatsächlichen Oberflächenvorbereitung.

Kann man PS Kunststoff fräsen, bohren und sägen?

Kompaktes Polystyrol kann mechanisch bearbeitet werden. Aufgrund seiner Sprödigkeit erfordert Standard-PS jedoch angepasste Werkzeuge und Bearbeitungsparameter.

Bei der Bearbeitung sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • scharfe Werkzeuge verwenden

  • Kerben und Ausbrüche vermeiden

  • Bauteil spannungsarm einspannen

  • übermäßige Wärmeentwicklung verhindern

  • ausreichend große Randabstände einhalten

  • Vorschub und Drehzahl an die Materialstärke anpassen

  • Werkstück nicht durch hohe Spannkräfte verformen

Zu hohe Temperaturen können die Schnittkante aufschmelzen. Zu hohe mechanische Belastungen können dagegen Ausbrüche und Risse verursachen.

Für präzise Bauteile oder wiederkehrende Serien sollte die Bearbeitung durch einen auf Kunststoffe spezialisierten Fertigungsbetrieb erfolgen.

Weitere Informationen zur Bearbeitung technischer Kunststoffe:

https://martanplastics.com/loesungen/kunststoffbearbeitung/

PS, HIPS, ABS oder Polycarbonat?

Die Werkstoffe werden teilweise für ähnliche Gehäuse-, Verkleidungs- und Displayanwendungen eingesetzt. Ihre Belastbarkeit unterscheidet sich jedoch deutlich.

AnforderungPS beziehungsweise GPPSHIPSABSPolycarbonat
Transparenzhoch möglichnormalerweise neinnormalerweise neinhoch möglich
Steifigkeithochgutgutgut
Schlagzähigkeitgeringdeutlich verbesserthochsehr hoch
Oberflächenqualitätsehr gutsehr gutsehr gutgut
Wärmebeständigkeitbegrenztbegrenzthöherdeutlich höher
Thermoformbarkeitgutsehr gutgutmöglich
Materialkostenmeist niedrigniedrig bis mittelmittelhöher
Außenanwendungnur eingeschränktnur eingeschränkttypabhängigtypabhängig

Wann ist Standard-PS sinnvoll?

Standard-PS eignet sich, wenn:

  • eine transparente oder hochglänzende Oberfläche gewünscht ist

  • nur eine geringe mechanische Belastung auftritt

  • das Bauteil keiner erhöhten Temperatur ausgesetzt ist

  • kein Kontakt mit kritischen Lösungsmitteln besteht

  • eine wirtschaftliche Fertigung im Vordergrund steht

Wann ist HIPS sinnvoller?

HIPS ist häufig geeigneter, wenn:

  • das Bauteil Stößen ausgesetzt sein kann

  • eine hohe Transparenz nicht erforderlich ist

  • großflächige Teile tiefgezogen werden

  • Gehäuse, Verkleidungen oder Trays gefertigt werden

  • eine wirtschaftliche Alternative zu ABS gesucht wird

Wann sollte ABS gewählt werden?

ABS bietet Vorteile, wenn eine höhere Schlagzähigkeit, mechanische Belastbarkeit oder Temperaturbeständigkeit erforderlich ist.

Ausführliche Werkstoffinformationen:

https://martanplastics.com/werkstoffe/abs/

Wann ist Polycarbonat geeigneter?

Polycarbonat kommt infrage, wenn eine sehr hohe Schlagzähigkeit, Transparenz und höhere thermische Belastbarkeit miteinander verbunden werden müssen.

https://martanplastics.com/werkstoffe/polycarbonat/

Ist PS Kunststoff lebensmittelecht?

PS kann in lebensmittelgeeigneten Qualitäten erhältlich sein. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes Polystyrolprodukt automatisch für den Lebensmittelkontakt geeignet ist.

Entscheidend sind:

  • konkrete Werkstofftype

  • verwendete Additive und Farbstoffe

  • vorgesehene Lebensmittelart

  • Kontaktdauer

  • Kontakttemperatur

  • einmalige oder wiederholte Verwendung

  • Konformitätserklärung des Lieferanten

  • geltende gesetzliche Anforderungen

Für Lebensmittelanwendungen sollte stets ein geeigneter Nachweis für das konkrete Material und den vorgesehenen Einsatz eingeholt werden.

Ist PS Kunststoff recycelbar?

Polystyrol ist ein Thermoplast und grundsätzlich werkstofflich recycelbar. Das Material kann zerkleinert, aufbereitet und erneut eingeschmolzen werden.

Die praktische Recyclingfähigkeit hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

  • sortenreine Erfassung

  • Verschmutzungsgrad

  • vorhandene Beschichtungen

  • Kombination mit anderen Kunststoffen

  • verwendete Klebstoffe

  • Farb- und Zusatzstoffe

  • regionale Sammel- und Verwertungsstrukturen

  • wirtschaftlich verfügbare Recyclingwege

Besonders bei leichten geschäumten Produkten können Sammlung und Transport im Verhältnis zur Materialmenge aufwendig sein.

Eine recyclinggerechte Konstruktion sollte deshalb möglichst auf Materialverbunde, schwer lösbare Klebungen und unnötige Beschichtungen verzichten.

Auswahl des geeigneten Polystyrols

Für die Werkstoffauswahl sollten mindestens folgende Anforderungen bekannt sein:

  1. Welche statischen und dynamischen Kräfte wirken auf das Bauteil?

  2. Können Stöße oder Fallbelastungen auftreten?

  3. Welche Dauer- und Spitzentemperaturen entstehen?

  4. Kommt das Material mit Chemikalien, Reinigern oder Ölen in Kontakt?

  5. Wird das Bauteil im Innen- oder Außenbereich eingesetzt?

  6. Ist Transparenz erforderlich?

  7. Welche Oberflächenqualität wird benötigt?

  8. Muss das Material bedruckt, lackiert oder verklebt werden?

  9. Sind Lebensmittel-, Elektro- oder Brandschutzzulassungen erforderlich?

  10. Welche Stückzahl soll gefertigt werden?

  11. Ist Spritzguss, Tiefziehen oder mechanische Bearbeitung vorgesehen?

  12. Welche Toleranzen müssen eingehalten werden?

Die Werkstoffauswahl sollte immer anhand der konkreten Anwendung erfolgen. Pauschale Aussagen über Polystyrol reichen insbesondere bei belasteten oder zulassungspflichtigen Bauteilen nicht aus.

Eine Übersicht weiterer technischer Kunststoffe finden Sie unter:

https://martanplastics.com/werkstoffe/

PS Kunststoff für industrielle Bauteile richtig einsetzen

PS Kunststoff ist ein wirtschaftlicher und vielseitig verarbeitbarer Standardthermoplast. Besonders GPPS überzeugt durch Transparenz, Steifigkeit und eine hochwertige Oberfläche. HIPS bietet dagegen eine deutlich bessere Schlagzähigkeit und eignet sich für Gehäuse, Verkleidungen, Trays und tiefgezogene Formteile.

Die Grenzen von Polystyrol liegen in seiner Wärmebeständigkeit, Lösungsmittelbeständigkeit und – bei unmodifizierten Typen – in seiner Sprödigkeit. Bei mechanisch, thermisch oder chemisch anspruchsvollen Anwendungen sollten HIPS, ABS, Polycarbonat oder andere technische Kunststoffe in den Vergleich einbezogen werden.

Martan Plastics unterstützt Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Kunststoffwerkstoffe sowie bei der Fertigung von Halbzeugen, Zuschnitten und individuell bearbeiteten Kunststoffkomponenten.

POLYSTYRENE 454N als schlagzähe PS-Variante

POLYSTYRENE 454N ist ein schlagzäh modifiziertes Polystyrol für Anwendungen, bei denen Standard-PS aufgrund seiner Sprödigkeit nicht ausreichend belastbar ist. Die Werkstofftype verbindet eine erhöhte Zähigkeit mit gutem Fließverhalten, vergleichsweise hoher Wärmebeständigkeit und einer glänzenden Oberfläche. Dadurch eignet sich POLYSTYRENE 454N insbesondere für die wirtschaftliche Herstellung von Gehäusen, Verkleidungen und technischen Formteilen im Spritzguss. Ob der Werkstoff für ein konkretes Bauteil geeignet ist, muss anhand der tatsächlichen mechanischen Belastung, der Einsatztemperatur, der Wandstärke und der erforderlichen Materialzulassungen geprüft werden.

Häufige Fragen zu PS Kunststoff

Was bedeutet PS bei Kunststoff?

PS ist die Werkstoffabkürzung für Polystyrol. Es handelt sich um einen amorphen thermoplastischen Kunststoff, der in kompakter, schlagzäh modifizierter und geschäumter Form erhältlich ist.

Ist PS ein Thermoplast?

Ja. Polystyrol gehört zu den Thermoplasten. Das Material erweicht bei Erwärmung und kann unter geeigneten Bedingungen erneut geformt werden.

Ist PS Kunststoff transparent?

Unmodifiziertes Standard-Polystyrol beziehungsweise GPPS kann transparent sein. Schlagzäh modifiziertes HIPS ist aufgrund seiner mehrphasigen Materialstruktur normalerweise nicht transparent.

Was ist der Unterschied zwischen PS und HIPS?

Standard-PS ist hart, steif und häufig transparent, aber vergleichsweise spröde. HIPS ist mit elastomeren Bestandteilen modifiziert und dadurch wesentlich schlagzäher. HIPS ist normalerweise opak.

Welche Temperatur hält PS Kunststoff aus?

Die zulässige Temperatur hängt von Werkstofftype, Belastung, Bauteilgeometrie und Einsatzdauer ab. Standard-PS ist nur begrenzt wärmebeständig und kann sich bereits bei mäßig erhöhten Temperaturen verformen. Maßgeblich ist das technische Datenblatt der konkreten Qualität.

Ist Polystyrol für den Außenbereich geeignet?

Unmodifiziertes Polystyrol ist nur eingeschränkt UV- und witterungsbeständig. Für längerfristige Außenanwendungen werden eine stabilisierte Qualität, ein geeigneter Schutz oder ein witterungsbeständigerer Kunststoff benötigt.

Ist PS Kunststoff schlagfest?

Standard-PS besitzt nur eine geringe Schlagzähigkeit. Für stoßbeanspruchte Anwendungen wird häufig HIPS, ABS oder Polycarbonat eingesetzt.

Kann Polystyrol gefräst werden?

Kompaktes Polystyrol kann gefräst, gebohrt und gesägt werden. Wegen der Sprödigkeit und Wärmeempfindlichkeit müssen scharfe Werkzeuge, geeignete Schnittparameter und eine spannungsarme Einspannung verwendet werden.

Ist PS Kunststoff chemikalienbeständig?

PS ist gegenüber Wasser und verschiedenen wässrigen Medien beständig, wird aber von vielen organischen Lösungsmitteln angegriffen. Für den konkreten Einsatz ist eine Beständigkeitsprüfung erforderlich.

Ist Polystyrol lebensmittelecht?

Bestimmte PS-Qualitäten können für den Lebensmittelkontakt geeignet sein. Erforderlich ist jedoch ein konkreter Konformitätsnachweis für die eingesetzte Materialtype und die vorgesehenen Kontaktbedingungen.

Was ist besser: PS oder ABS?

PS ist meist wirtschaftlicher und kann als GPPS transparent sein. ABS ist dagegen schlagzäher, mechanisch belastbarer und in der Regel temperaturbeständiger. Die bessere Wahl hängt von den Anforderungen des Bauteils ab.

Ist PS Kunststoff recycelbar?

Polystyrol ist grundsätzlich thermoplastisch recycelbar. Ob eine tatsächliche Wiederverwertung möglich ist, hängt von Sortenreinheit, Verschmutzung, Materialverbunden und verfügbaren Recyclingwegen ab.

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