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PPS Kunststoff – Polyphenylensulfid für thermisch und chemisch belastete Bauteile

PPS Kunststoff ist ein teilkristalliner thermoplastischer Hochleistungskunststoff für Bauteile, die gleichzeitig hohen Temperaturen, aggressiven Medien und mechanischen Belastungen standhalten müssen. Polyphenylensulfid, kurz PPS, zeichnet sich insbesondere durch seine sehr geringe Feuchtigkeitsaufnahme, hohe Maßhaltigkeit, natürliche Flammwidrigkeit und zuverlässigen elektrischen Eigenschaften aus.

Martan Plastics liefert PPS in unterschiedlichen Materialvarianten und unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Werkstoffe, Halbzeuge und Fertigungsverfahren. Abhängig von Zeichnung, Stückzahl und Anforderungsprofil können PPS-Bauteile unter anderem durch Spritzguss oder durch die spanende Kunststoffbearbeitung hergestellt werden.

Was ist PPS?

Polyphenylensulfid gehört zur Gruppe der aromatischen Hochleistungsthermoplaste. Seine Polymerstruktur besteht aus aromatischen Ringen, die über Schwefelatome miteinander verbunden sind. Diese Struktur ist wesentlich für die hohe thermische Stabilität, die ausgeprägte Chemikalienbeständigkeit und die geringe Neigung zur Feuchtigkeitsaufnahme.

PPS wird häufig eingesetzt, wenn herkömmliche technische Kunststoffe die geforderte Temperaturbeständigkeit, Formstabilität oder chemische Resistenz nicht mehr erreichen. Das Material ist sowohl unverstärkt als auch mit Glasfasern, Mineralstoffen oder anderen Füllstoffen erhältlich. Durch die Verstärkung lassen sich insbesondere Steifigkeit, Festigkeit, Wärmeformbeständigkeit und Dimensionsstabilität gezielt erhöhen.

Eigenschaften von PPS Kunststoff

Hohe Temperaturbeständigkeit

PPS eignet sich für den langfristigen Einsatz bei erhöhten Temperaturen. Je nach Werkstofftype, Verstärkung und Belastung sind Dauereinsatztemperaturen von etwa 200 bis 240 °C möglich. Kurzzeitig können PPS-Bauteile auch höheren Temperaturen ausgesetzt werden.

Die häufig genannte Wärmeformbeständigkeit von ungefähr 260 °C darf dabei nicht mit einer pauschal zulässigen Dauereinsatztemperatur gleichgesetzt werden. Für die Auslegung eines Bauteils sind unter anderem mechanische Last, Einsatzdauer, Umgebung, Geometrie und konkrete PPS-Type zu berücksichtigen.

Sehr gute chemische Beständigkeit

Polyphenylensulfid gehört zu den chemisch besonders widerstandsfähigen thermoplastischen Kunststoffen. Es ist gegen zahlreiche Kraftstoffe, Öle, Fette, Lösungsmittel, Säuren, Laugen und industrielle Prozessmedien beständig. Auch bei erhöhten Temperaturen bleiben die Eigenschaften gegenüber vielen Medien weitgehend erhalten.

Einschränkungen können insbesondere bei starken Oxidationsmitteln, bestimmten konzentrierten Säuren, Halogenen sowie einzelnen chlorierten Verbindungen auftreten. Die tatsächliche Werkstoffbeständigkeit sollte deshalb anhand des konkreten Mediums, seiner Konzentration, der Temperatur und der Einwirkdauer geprüft werden.

Hohe Steifigkeit und Formstabilität

PPS besitzt eine hohe Steifigkeit und eine vergleichsweise geringe Kriechneigung. Besonders glasfaser- oder mineralverstärkte PPS-Typen behalten ihre Abmessungen auch bei wechselnden Temperaturen und langfristiger mechanischer Belastung zuverlässig bei.

Diese Eigenschaften sind beispielsweise bei Gehäusen, Präzisionsbauteilen, Pumpenkomponenten, elektrischen Steckverbindungen und Bauteilen mit engen Toleranzen von Bedeutung.

Sehr geringe Wasseraufnahme

PPS nimmt nur sehr geringe Mengen Feuchtigkeit auf. Dadurch verändern sich seine Abmessungen und elektrischen Eigenschaften unter feuchten Umgebungsbedingungen deutlich weniger als bei vielen Polyamiden.

Die geringe Wasseraufnahme erleichtert die Herstellung maßhaltiger Bauteile und ist vorteilhaft für Anwendungen, bei denen wechselnde Luftfeuchtigkeit, Wasser, Wasserdampf oder flüssige Prozessmedien auftreten.

Elektrische Isolationseigenschaften

PPS verfügt über gute dielektrische Eigenschaften und eine hohe elektrische Isolationsfähigkeit. Die elektrischen Kennwerte bleiben über einen breiten Temperatur- und Frequenzbereich vergleichsweise stabil und werden durch Feuchtigkeit nur gering beeinflusst.

Das Material wird daher häufig für Steckverbinder, Spulenkörper, Schalterbauteile, Sensorengehäuse, Isolatoren und andere Komponenten aus dem Bereich Elektronik und Elektrotechnik eingesetzt.

Natürliche Flammwidrigkeit

PPS ist von Natur aus schwer entflammbar. Viele PPS-Typen erreichen hohe Brandschutzklassifizierungen, ohne dass zusätzliche halogenhaltige Flammschutzmittel erforderlich sind. Welche Klassifizierung für ein konkretes Bauteil gilt, hängt allerdings von Materialtype, Wandstärke, Farbe und Prüfbedingungen ab.

Gute Alterungs- und Strahlungsbeständigkeit

Polyphenylensulfid besitzt eine gute Beständigkeit gegenüber thermischer Alterung, Witterung, Ozon und verschiedenen Arten ionisierender Strahlung. Für sicherheitsrelevante oder dauerhaft im Außenbereich eingesetzte Komponenten muss dennoch geprüft werden, ob eine stabilisierte oder speziell zugelassene Type erforderlich ist.

PPS-Werkstoffe und Materialvarianten

Für unterschiedliche technische Anforderungen kann PPS in verschiedenen unverstärkten, glasfaserverstärkten, mineralgefüllten oder kombinierten Ausführungen eingesetzt werden. Zum verfügbaren Werkstoffspektrum gehören unter anderem Varianten wie:

  • RYTON® R4 NATURELL
  • RYTON® R4 XT NATURELL
  • RYTON® R4 02 SCHWARZ
  • RYTON® R4 230 NA
  • RYTON® R4 232 NA
  • RYTON® R4 230 BL SCHWARZ
  • RYTON® R4 220 NA
  • RYTON® R4 200 NA
  • RYTON® BR111 NATURELL
  • LARTON® G/40 NATURELL

Die einzelnen PPS-Typen unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Verstärkungsgrad, Farbe, Fließverhalten, Festigkeit, Steifigkeit, Schlagzähigkeit, Wärmeformbeständigkeit, elektrischer Eigenschaften und möglicher Zulassungen. Die Handelsbezeichnung allein reicht daher nicht aus, um die Eignung für eine Anwendung abschließend zu beurteilen.

Unverstärktes PPS

Unverstärkte PPS-Typen bieten eine hohe Reinheit, gute elektrische Eigenschaften und eine besonders gleichmäßige Materialstruktur. Im Vergleich zu verstärkten Varianten besitzen sie jedoch eine geringere Steifigkeit und Festigkeit. Unverstärktes PPS kann für elektrische Bauteile, chemisch belastete Komponenten oder Anwendungen eingesetzt werden, bei denen spezielle Reinheitsanforderungen bestehen.

Glasfaserverstärktes PPS

Glasfaserverstärktes PPS besitzt eine deutlich höhere Steifigkeit, Festigkeit, Kriechbeständigkeit und Wärmeformbeständigkeit. Typische Glasfaseranteile liegen beispielsweise bei 30 oder 40 Prozent. Solche Werkstoffe eignen sich für mechanisch belastete Gehäuse, Pumpenkomponenten, Ventilteile, Träger, Halterungen und Präzisionsbauteile.

Bei der Konstruktion muss berücksichtigt werden, dass Glasfasern zu richtungsabhängigen Materialeigenschaften führen können. Dies betrifft unter anderem Schwindung, Verzug, Festigkeit und das Verhalten bei der spanenden Bearbeitung.

Mineralgefüllte und kombinierte PPS-Typen

Mineralische Füllstoffe können Schwindung, Wärmeausdehnung und Verzug reduzieren. Kombinationen aus Glasfasern und mineralischen Füllstoffen werden eingesetzt, wenn eine besonders hohe Maßhaltigkeit und Formstabilität gefordert ist.

Für Gleit- oder Verschleißanwendungen stehen außerdem modifizierte PPS-Compounds mit geeigneten Füll- und Zusatzstoffen zur Verfügung. Die konkrete Eignung muss anhand von Gegenlaufpartner, Flächenpressung, Geschwindigkeit, Temperatur und Schmierung bewertet werden.

Typische technische Kennwerte von PPS

Die folgende Übersicht zeigt typische Eigenschaftsbereiche. Sie ersetzt kein Datenblatt der tatsächlich eingesetzten PPS-Type.

Eigenschaft Typische Einordnung
Werkstoffgruppe Teilkristalliner Hochleistungsthermoplast
Dauereinsatztemperatur Typabhängig häufig etwa 200 bis 240 °C
Schmelztemperatur Typischerweise etwa 280 bis 290 °C
Wasseraufnahme Sehr gering
Chemikalienbeständigkeit Sehr hoch gegenüber zahlreichen industriellen Medien
Dimensionsstabilität Hoch, insbesondere bei verstärkten Typen
Elektrische Isolation Gut und über weite Temperaturbereiche stabil
Flammverhalten Von Natur aus schwer entflammbar
Mechanische Eigenschaften Hohe Steifigkeit; abhängig von Verstärkung und Type

Anwendungsbereiche von PPS

Automobilindustrie und Fahrzeugbau

Im Fahrzeugbau wird PPS für Bauteile eingesetzt, die mit hohen Temperaturen, Kraftstoffen, Ölen, Kühlmitteln oder elektrischen Spannungen in Kontakt kommen. Typische Anwendungen sind:

  • Steckverbinder und elektrische Kontaktträger
  • Sensor- und Aktuatorgehäuse
  • Pumpen- und Ventilkomponenten
  • Bauteile in Kraftstoff- und Kühlsystemen
  • Komponenten für elektrische Antriebe
  • Spulenkörper und Isolierbauteile

Elektrotechnik und Elektronik

Die Kombination aus Temperaturbeständigkeit, geringer Wasseraufnahme, Maßhaltigkeit und elektrischer Isolation macht PPS zu einem wichtigen Werkstoff für elektronische und elektrotechnische Anwendungen. Das Material eignet sich unter anderem für Hochtemperatur-Steckverbinder, Schalter, Relaiskomponenten, Spulenkörper, Isolatoren und Gehäuseteile.

Auch für Bauteile, die beim Löten kurzzeitig hohen Temperaturen ausgesetzt werden, können geeignete PPS-Typen eingesetzt werden.

Maschinen- und Anlagenbau

Im Maschinen- und Anlagenbau wird PPS für maßhaltige Bauteile verwendet, die unter thermischer, chemischer oder mechanischer Belastung zuverlässig funktionieren müssen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Pumpenlaufräder und Pumpengehäuse
  • Ventilsitze und Ventilkomponenten
  • Halterungen und Trägerelemente
  • Isolierbauteile
  • Mess- und Sensorkomponenten
  • Bauteile für Dosier- und Fördersysteme

Chemische und verfahrenstechnische Anlagen

Aufgrund seiner hohen chemischen Beständigkeit eignet sich PPS für Komponenten in chemisch belasteten Anlagen. Hierzu zählen Pumpenteile, Ventile, Gehäuse, Verteiler, Sensorkörper, Filterkomponenten und medienberührende Funktionsteile.

Vor dem Einsatz muss die Beständigkeit gegen das konkrete Prozessmedium geprüft werden. Auch Dichtungen, metallische Verbindungselemente und andere Werkstoffe innerhalb der Baugruppe sind in die Bewertung einzubeziehen.

Luft- und Raumfahrt

In der Luft- und Raumfahrt kann PPS für leichte, temperaturbeständige und flammwidrige Bauteile verwendet werden. Mögliche Anwendungen umfassen elektrische Komponenten, Kabel- und Leitungshalter, Gehäuse, Strukturbauteile und faserverstärkte Verbundwerkstoffe.

Für Luftfahrtanwendungen sind die jeweils geforderten Materialnachweise, Brandschutzprüfungen, Freigaben und Dokumentationen zu beachten.

Öl- und Gasindustrie

Geeignete PPS-Typen können für Bauteile der Öl- und Gasindustrie eingesetzt werden, wenn Beständigkeit gegenüber Kraftstoffen, Schmierstoffen, Kohlenwasserstoffen, Druck und erhöhten Temperaturen erforderlich ist. Dazu gehören beispielsweise Sensorbauteile, Pumpenkomponenten, elektrische Isolationen und Funktionsteile in medienführenden Systemen.

Medizintechnik und Lebensmittelkontakt

Bestimmte PPS-Typen sind für ausgewählte Anwendungen in der Medizintechnik oder für den Kontakt mit Lebensmitteln erhältlich. Eine generelle Eignung des Werkstoffs darf daraus jedoch nicht abgeleitet werden.

Entscheidend sind die konkrete Materialtype, Pigmentierung, Additive, Herstellungsbedingungen und die erforderliche Zulassung. FDA-Konformität, EU-Lebensmittelkonformität, Biokompatibilität oder Sterilisierbarkeit müssen deshalb projektbezogen nachgewiesen werden.

PPS verarbeiten und bearbeiten

Spritzguss

Der Kunststoff-Spritzguss ist eines der wichtigsten Verfahren zur Herstellung von PPS-Serienteilen. PPS besitzt ein gutes Fließverhalten und ermöglicht dadurch die Fertigung komplexer Geometrien, dünner Wandstärken und integrierter Funktionselemente.

Die Verarbeitung erfordert hohe Werkzeug- und Massetemperaturen sowie eine kontrollierte Prozessführung. Werkzeugauslegung, Anspritzung, Entlüftung und Schwindungsverhalten müssen an die jeweilige PPS-Type angepasst werden. Bei glasfaserverstärkten Compounds ist zusätzlich mit erhöhtem Werkzeugverschleiß zu rechnen.

Extrusion und Halbzeuge

PPS kann grundsätzlich extrudiert werden. Aufgrund der hohen Verarbeitungstemperaturen und der anspruchsvollen Prozessführung ist die Herstellung extrudierter Halbzeuge jedoch deutlich spezialisierter als bei Standardkunststoffen.

Je nach Verfügbarkeit können Kunststoffhalbzeuge aus PPS beispielsweise als Platten, Rundstäbe oder andere Ausgangsformen für die nachfolgende CNC-Bearbeitung eingesetzt werden. Abmessungen, Toleranzen und Werkstoffvarianten sind projektbezogen abzustimmen.

CNC-Fräsen und Bohren

PPS-Halbzeuge lassen sich durch CNC-Fräsen, Bohren und weitere spanende Verfahren zu präzisen Bauteilen verarbeiten. Geeignete Werkzeuggeometrien, scharfe Schneiden und eine angepasste Wärmeabfuhr reduzieren die Gefahr von Ausbrüchen, Überhitzung oder Maßabweichungen.

Bei glasfaserverstärktem PPS ist der abrasive Einfluss der Fasern zu berücksichtigen. Werkzeugmaterial, Schnittwerte und Bearbeitungsstrategie müssen deshalb auf den Verstärkungsgrad abgestimmt werden.

CNC-Drehen

Rotationssymmetrische PPS-Bauteile wie Buchsen, Ringe, Isolatoren, Ventilkomponenten oder Sensorgehäuse können durch CNC-Drehen gefertigt werden. Abhängig von Geometrie und Toleranzanforderungen kann eine spannungsarme Halbzeugqualität oder eine angepasste Bearbeitungsfolge erforderlich sein.

Schweißen und Kleben

PPS kann mit geeigneten thermischen Verfahren geschweißt werden. Möglich sind je nach Bauteilgeometrie und Materialtype beispielsweise Heizelement-, Ultraschall-, Vibrations- oder Laserschweißverfahren.

Das Kleben ist anspruchsvoller, da PPS eine vergleichsweise geringe Oberflächenenergie besitzt. Vorbehandlungen wie Plasma-, Corona- oder chemische Aktivierung sowie geeignete Spezialklebstoffe können die Haftung verbessern. Die Verbindung sollte grundsätzlich unter realen Betriebsbedingungen geprüft werden.

PPS im Vergleich zu anderen Hochleistungskunststoffen

PPS oder PEEK?

PEEK Kunststoff bietet in vielen Ausführungen eine höhere Zähigkeit, bessere mechanische Eigenschaften bei hohen Temperaturen und ein breiteres Einsatzspektrum für hoch belastete Gleit- und Verschleißanwendungen. PPS besitzt dagegen eine sehr hohe Chemikalienbeständigkeit, geringe Wasseraufnahme und ist häufig wirtschaftlicher.

PPS kann eine geeignete Alternative sein, wenn PEEK technisch überdimensioniert wäre. Die Auswahl sollte jedoch nicht allein anhand des Materialpreises erfolgen, sondern auf Basis der tatsächlichen Temperatur-, Last-, Medien- und Zulassungsanforderungen.

PPS oder PPA?

PPA Kunststoff ist in vielen Anwendungen schlagzäher und kann für mechanisch dynamisch belastete Bauteile Vorteile bieten. PPS nimmt weniger Feuchtigkeit auf und bietet in der Regel eine höhere Dimensionsstabilität sowie eine bessere Beständigkeit gegenüber vielen aggressiven Medien.

PPS oder PTFE?

PTFE Kunststoff besitzt eine besonders niedrige Reibung und eine sehr breite chemische Beständigkeit. PPS ist dagegen wesentlich steifer, fester und unter mechanischer Belastung formstabiler.

Für Gleitbauteile ist PTFE daher nicht automatisch die bessere Wahl. Neben dem Reibwert sind auch Verschleiß, Belastung, Gegenlaufpartner, Temperatur und zulässige Verformung zu berücksichtigen.

PPS oder Polyimid?

Polyimid Kunststoff eignet sich für besonders hohe thermische Anforderungen und spezielle Gleit-, Vakuum- oder Luftfahrtanwendungen. PPS ist in vielen chemisch belasteten Anwendungen mit moderateren Temperaturanforderungen wirtschaftlicher und lässt sich thermoplastisch verarbeiten.

Vorteile von PPS auf einen Blick

  • Hohe Dauertemperaturbeständigkeit
  • Sehr gute Beständigkeit gegenüber zahlreichen Chemikalien
  • Sehr geringe Wasser- und Feuchtigkeitsaufnahme
  • Hohe Dimensionsstabilität
  • Gute elektrische Isolationseigenschaften
  • Natürliche Flammwidrigkeit
  • Hohe Steifigkeit und geringe Kriechneigung
  • Geeignet für Spritzgussteile und präzise CNC-Bauteile
  • Glasfaserverstärkte und mineralgefüllte Varianten verfügbar
  • Häufig wirtschaftlicher als PEEK oder Polyimid

Grenzen und Nachteile von PPS

Trotz seines leistungsfähigen Eigenschaftsprofils ist PPS nicht für jede Anwendung die beste Lösung. Zu den Punkten, die bei der Materialauswahl berücksichtigt werden müssen, gehören:

  • Unverstärktes PPS kann vergleichsweise spröde sein.
  • Glasfaserverstärkte Varianten besitzen richtungsabhängige Eigenschaften.
  • Starke Oxidationsmittel und bestimmte aggressive Chemikalien können das Material angreifen.
  • Die Verarbeitung erfordert hohe Temperaturen und geeignete Werkzeuge.
  • Glasfasern erhöhen den Verschleiß von Werkzeugen und Gegenlaufpartnern.
  • Das Kleben ist ohne geeignete Oberflächenvorbehandlung schwierig.
  • Zulassungen gelten nur für konkret geprüfte Materialtypen.

Den passenden PPS-Werkstoff auswählen

Für eine belastbare Werkstoffauswahl sollten nicht nur einzelne Kennwerte, sondern alle Einsatzbedingungen gemeinsam betrachtet werden. Wichtige Angaben sind:

  • dauerhafte und kurzzeitige Einsatztemperatur
  • Art, Konzentration und Temperatur der Kontaktmedien
  • statische und dynamische mechanische Belastung
  • gewünschte Steifigkeit und Schlagzähigkeit
  • Abmessungen und zulässige Toleranzen
  • Stückzahl und geplantes Fertigungsverfahren
  • elektrische und brandschutztechnische Anforderungen
  • Gleit-, Reibungs- oder Verschleißbedingungen
  • notwendige Lebensmittel-, Medizin- oder Branchenzulassungen

Die Werkstoffauswahl sollte möglichst früh im Entwicklungsprozess erfolgen. Dadurch lassen sich Bauteilgeometrie, Verstärkungsgrad, Fertigungsverfahren und Toleranzen aufeinander abstimmen.

PPS-Bauteile nach Zeichnung fertigen lassen

Martan Plastics unterstützt Industrieunternehmen von der Auswahl der geeigneten PPS-Type bis zum einbaufertigen Bauteil. Abhängig von Ihren Anforderungen können Prototypen, Einzelteile, Kleinserien und Serienteile umgesetzt werden.

Senden Sie uns dazu Ihre Zeichnung, CAD-Daten oder eine technische Beschreibung der Anwendung. Besonders wichtig sind Angaben zu Temperatur, mechanischer Belastung, Medienkontakt, Stückzahl, Toleranzen und erforderlichen Zulassungen. Auf dieser Grundlage prüfen wir, welcher PPS-Werkstoff und welches Fertigungsverfahren für Ihr Projekt geeignet sind.

Häufig gestellte Fragen zu PPS Kunststoff

Wofür wird PPS Kunststoff eingesetzt?

PPS wird für thermisch, chemisch und elektrisch anspruchsvolle Bauteile eingesetzt. Typische Anwendungen sind Steckverbinder, Spulenkörper, Pumpen- und Ventilkomponenten, Sensorengehäuse, Isolatoren, Gehäuseteile und maßhaltige Funktionsteile im Maschinen- und Anlagenbau.

Wie temperaturbeständig ist PPS?

Je nach Type und Belastung kann PPS häufig dauerhaft bei Temperaturen von ungefähr 200 bis 240 °C eingesetzt werden. Wärmeformbeständigkeit, Schmelztemperatur und kurzfristige Temperaturbelastbarkeit sind davon zu unterscheiden. Maßgeblich ist immer das Datenblatt der konkreten Materialtype.

Ist PPS chemikalienbeständig?

PPS ist gegen viele Säuren, Laugen, Kraftstoffe, Öle und Lösungsmittel sehr gut beständig. Einschränkungen bestehen unter anderem gegenüber bestimmten starken Oxidationsmitteln und aggressiven Halogenverbindungen. Eine medienbezogene Beständigkeitsprüfung bleibt deshalb notwendig.

Nimmt PPS Wasser auf?

PPS nimmt nur sehr wenig Wasser auf. Dadurch bleiben Abmessungen und elektrische Eigenschaften auch bei wechselnder Luftfeuchtigkeit vergleichsweise stabil.

Ist PPS für den Lebensmittelkontakt geeignet?

Bestimmte PPS-Typen können die Anforderungen für den Lebensmittelkontakt erfüllen. Dies gilt jedoch nicht automatisch für jedes PPS-Compound. Erforderliche Konformitätserklärungen und Zulassungen müssen für die konkrete Type geprüft werden.

Kann PPS gefräst und gedreht werden?

Ja. PPS-Halbzeuge können gefräst, gebohrt und gedreht werden. Bei glasfaserverstärkten Werkstoffen sind der abrasive Werkzeugverschleiß und eine mögliche Faserausrichtung zu berücksichtigen.

Wann ist PPS eine Alternative zu PEEK?

PPS kann eine wirtschaftliche Alternative sein, wenn eine hohe Chemikalienbeständigkeit, geringe Wasseraufnahme und gute Temperaturbeständigkeit benötigt werden, die höhere Zähigkeit oder Temperaturleistung von PEEK jedoch nicht erforderlich ist.

Ist PPS ein Duroplast oder ein Thermoplast?

PPS ist ein teilkristalliner thermoplastischer Kunststoff. Es kann bei hoher Temperatur aufgeschmolzen und beispielsweise im Spritzguss verarbeitet werden. Aufgrund seiner hohen Wärmebeständigkeit und Steifigkeit wird es dennoch gelegentlich mit duroplastischen Werkstoffen verwechselt.

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