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PMP Kunststoff: Polymethylpenten für transparente und temperaturbeständige Bauteile

Polymethylpenten, kurz PMP, ist ein transparenter, teilkristalliner Thermoplast aus der Gruppe der Polyolefine. Der Werkstoff verbindet eine außergewöhnlich geringe Dichte mit guter Wärmebeständigkeit, sehr geringer Wasseraufnahme, hoher Gasdurchlässigkeit und ausgezeichneten elektrischen Isolationseigenschaften.

Unter der Handelsbezeichnung TPX® ist PMP insbesondere für Anwendungen bekannt, bei denen Transparenz auch bei höheren Temperaturen erhalten bleiben soll. Typische Einsatzbereiche sind die Medizintechnik, Labortechnik, Elektrotechnik, Hochfrequenztechnik, Verpackungstechnik und der industrielle Formenbau.

Martan Plastics unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter technischer Kunststoffe und bei der Fertigung individueller Bauteile aus Kunststoff. Entscheidend ist dabei nicht allein die Werkstoffbezeichnung PMP, sondern die Auswahl einer Qualität, deren thermische, chemische und regulatorische Eigenschaften zur konkreten Anwendung passen.

Was ist PMP?

PMP ist die Kurzbezeichnung für Polymethylpenten beziehungsweise Poly-4-methyl-1-penten. Chemisch gehört das Material wie Polypropylen und Polyethylen zur Familie der Polyolefine. Im Vergleich zu diesen Standardkunststoffen bietet PMP jedoch eine höhere Wärmeformbeständigkeit und eine für einen teilkristallinen Kunststoff ungewöhnlich hohe Transparenz.

Die Transparenz entsteht dadurch, dass die kristallinen und amorphen Bereiche des Materials ähnliche Brechungsindizes besitzen. Licht wird innerhalb des Werkstoffes deshalb vergleichsweise wenig gestreut. PMP eignet sich dadurch für transparente technische Bauteile, bei denen PMMA oder Polycarbonat aufgrund der Temperatur, der Wasseraufnahme oder bestimmter chemischer Einflüsse nicht optimal geeignet sind.

Eine weitere Besonderheit ist die geringe Dichte von ungefähr 0,83 g/cm³. PMP zählt damit zu den leichtesten kommerziell eingesetzten thermoplastischen Kunststoffen und ist leichter als Wasser.

Eigenschaften von PMP Kunststoff

Eigenschaft Typische Einordnung Bedeutung für die Anwendung
Dichte etwa 0,83 g/cm³ Sehr leichte Bauteile und geringe bewegte Massen
Werkstoffstruktur teilkristallin Verbindet Transparenz mit chemischer und thermischer Beständigkeit
Lichtdurchlässigkeit je nach Qualität und Bauteildicke bis etwa 90 % Geeignet für transparente Behälter, Sichtteile und optische Anwendungen
Schmelzbereich ungefähr 230 bis 240 °C Höhere Wärmebeständigkeit als viele Standard-Polyolefine
Wasseraufnahme sehr gering Gute Maßhaltigkeit in feuchten Umgebungen
Elektrische Eigenschaften sehr gute Isolation und niedrige dielektrische Verluste Geeignet für elektrische und hochfrequenztechnische Bauteile
Gasdurchlässigkeit vergleichsweise hoch Interessant für Membranen, Begasung und spezielle Verpackungen
Oberflächenenergie sehr niedrig Gute Trennwirkung, aber erschwertes Kleben und Bedrucken

Die genannten Werte dienen der grundsätzlichen Werkstoffeinordnung. Verbindliche Kennwerte müssen immer dem Datenblatt der vorgesehenen PMP-Qualität entnommen werden. Bauteildicke, mechanische Belastung, Einsatzdauer, Medium und Temperatur beeinflussen die tatsächliche Eignung.

Hohe Transparenz

PMP besitzt eine hohe Lichtdurchlässigkeit im sichtbaren Bereich und kann darüber hinaus für bestimmte Anwendungen im UV-, Mikrowellen- und Terahertzbereich interessant sein. Seine Transparenz bleibt auch bei Temperaturen erhalten, bei denen andere transparente Kunststoffe bereits deutlich an Formstabilität verlieren können.

Damit kommt PMP unter anderem für transparente Laborbehälter, Messkomponenten, Sichtfenster, Abdeckungen und spezielle optische Bauteile infrage. Für Anwendungen, bei denen vor allem Schlagzähigkeit und mechanische Belastbarkeit gefragt sind, kann dagegen Polycarbonat die geeignetere Wahl sein.

Außergewöhnlich geringe Dichte

Mit einer Dichte von rund 0,83 g/cm³ ist PMP deutlich leichter als viele andere transparente Kunststoffe. Das geringe Gewicht ist besonders bei bewegten Bauteilen, mobilen Geräten, Laborprodukten und Komponenten relevant, bei denen eine geringe Masse die Handhabung oder Energieeffizienz verbessert.

Die geringe Dichte darf jedoch nicht mit einer besonders hohen mechanischen Belastbarkeit gleichgesetzt werden. PMP ist steif, kann je nach Qualität und Temperatur aber eine begrenzte Schlagzähigkeit besitzen. Kerben, scharfe Übergänge und Stoßbelastungen müssen deshalb konstruktiv berücksichtigt werden.

Gute Temperaturbeständigkeit

PMP besitzt einen Schmelzbereich von ungefähr 230 bis 240 °C und eine deutlich höhere Wärmebeständigkeit als Polypropylen oder Polyethylen. Einige Qualitäten eignen sich für wiederholte Sterilisations- oder Autoklavierzyklen und kurzzeitige Temperaturbelastungen im Bereich von etwa 150 bis 175 °C.

Eine pauschale Dauereinsatztemperatur von 180 °C ist jedoch nicht für jede PMP-Qualität belastbar. Die zulässige Gebrauchstemperatur hängt von der mechanischen Belastung, der Einsatzdauer, der Geometrie und dem jeweiligen Werkstofftyp ab. Bei dauerhaft belasteten Präzisionsbauteilen muss zudem das Kriechverhalten berücksichtigt werden.

Für Bauteile mit besonders hohen thermischen und mechanischen Anforderungen können andere temperaturbeständige Hochleistungskunststoffe geeigneter sein.

Sehr geringe Wasseraufnahme

PMP nimmt nur sehr geringe Mengen Wasser auf. Die Abmessungen und elektrischen Eigenschaften verändern sich daher unter feuchten Bedingungen nur wenig. Das unterscheidet den Werkstoff beispielsweise von Polyamiden, deren Eigenschaften stärker vom Feuchtigkeitsgehalt beeinflusst werden können.

Die geringe Wasseraufnahme ist besonders für Laborgeräte, Analysekomponenten, elektrische Isolierteile und maßhaltige Bauteile vorteilhaft.

Gute chemische Beständigkeit

PMP ist gegenüber vielen verdünnten Säuren, Laugen, Alkoholen und wässrigen Lösungen beständig. Seine chemische Widerstandsfähigkeit ähnelt in vielen Bereichen der von Polypropylen. Dadurch eignet sich der Kunststoff für Behälter, Laborartikel und Komponenten mit wechselndem Medienkontakt.

Die chemische Beständigkeit ist jedoch nicht universell. Bestimmte Kohlenwasserstoffe, Ketone, aromatische oder chlorierte Lösungsmittel können zu Quellung, Spannungsrissen oder einer Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften führen. Vor dem Einsatz mit aggressiven Medien sollte deshalb eine Prüfung unter realistischen Temperatur-, Zeit- und Belastungsbedingungen erfolgen.

Bei sehr hohen Anforderungen an die chemische Resistenz kann PTFE eine Alternative darstellen. PTFE ist allerdings nicht transparent und unterscheidet sich deutlich hinsichtlich Steifigkeit, Verarbeitung und Maßhaltigkeit.

Ausgezeichnete elektrische Eigenschaften

PMP ist ein sehr guter elektrischer Isolator und besitzt eine niedrige relative Permittivität sowie geringe dielektrische Verluste. Diese Eigenschaften bleiben über einen vergleichsweise großen Frequenzbereich stabil.

Der Werkstoff wird daher für Isolierteile, Spulenkörper, Hochfrequenzkomponenten, Mikrowellenbauteile und Formen für elektronische Komponenten eingesetzt. Weitere Lösungen für diesen Bereich finden Sie unter Kunststoffe für Elektronik und Elektrotechnik.

Hohe Gasdurchlässigkeit

Im Gegensatz zu vielen anderen technischen Kunststoffen ist PMP vergleichsweise gasdurchlässig. Diese Eigenschaft kann bei herkömmlichen Behältern unerwünscht sein, eröffnet jedoch besondere Anwendungsmöglichkeiten.

PMP wird beispielsweise für gasdurchlässige Verpackungen, Membranen, Begasungskomponenten und spezielle medizinische oder labortechnische Produkte verwendet. Ob die Gasdurchlässigkeit einen Vorteil oder Nachteil darstellt, hängt daher unmittelbar von der vorgesehenen Funktion ab.

Niedrige Oberflächenenergie und gute Trenneigenschaften

Die Oberfläche von PMP besitzt eine geringe Oberflächenenergie. Das Material haftet deshalb nur schwach an vielen anderen Werkstoffen und zeigt gute Trenn- und Ablöseeigenschaften. Diese Eigenschaft wird unter anderem bei Trennfolien, Formteilen und Hilfsmitteln für industrielle Formprozesse genutzt.

Gleichzeitig erschwert die niedrige Oberflächenenergie das Kleben, Lackieren und Bedrucken. Für eine belastbare Verbindung ist häufig eine Vorbehandlung durch Plasma, Corona, Beflammung oder einen geeigneten Primer erforderlich.

Vorteile und Grenzen von PMP

Wichtige Vorteile

  • Sehr geringe Dichte von ungefähr 0,83 g/cm³
  • Hohe Transparenz trotz teilkristalliner Werkstoffstruktur
  • Höhere Wärmebeständigkeit als herkömmliche Polyolefine
  • Sehr geringe Wasseraufnahme
  • Gute elektrische Isolationseigenschaften
  • Niedrige dielektrische Verluste
  • Gute Beständigkeit gegenüber vielen Chemikalien
  • Hohe Gasdurchlässigkeit für spezielle Anwendungen
  • Gute Trenn- und Ablöseeigenschaften
  • Verarbeitung durch verschiedene thermoplastische Verfahren möglich

Zu berücksichtigende Einschränkungen

  • Geringere Schlagzähigkeit als einige andere transparente Kunststoffe
  • Empfindlichkeit gegenüber Kerben und Stoßbelastungen möglich
  • Nicht gegen sämtliche Lösungsmittel beständig
  • Begrenzte UV- und Oxidationsbeständigkeit ohne geeignete Stabilisierung
  • Hohe Gasdurchlässigkeit für dichte Behälter oder Barriereschichten ungeeignet
  • Schwieriges Kleben und Bedrucken ohne Oberflächenvorbehandlung
  • Höherer Materialpreis als bei Standardkunststoffen wie PP oder PE
  • Mechanische Kennwerte sind geringer als bei hochfesten Konstruktionskunststoffen

PMP im Vergleich mit anderen transparenten Kunststoffen

Werkstoff Stärken Typische Abgrenzung zu PMP
PMP Sehr leicht, transparent, geringe Wasseraufnahme, gute elektrische Eigenschaften Besonders für leichte, thermisch belastete und gasdurchlässige Anwendungen
PMMA Sehr hohe optische Qualität, gute Witterungsbeständigkeit Häufig optisch hochwertiger, aber weniger temperaturbeständig
Polycarbonat Hohe Schlagzähigkeit und gute mechanische Belastbarkeit Robuster gegen Stoßbelastungen, aber schwerer und stärker feuchtigkeitsabhängig
PPSU Hohe Schlagzähigkeit und gute Dampfsterilisierbarkeit Mechanisch belastbarer, jedoch schwerer und meist weniger klar transparent
PCT-G Gute Transparenz und Schlagzähigkeit Einfacher für transparente Formteile, aber für andere Temperaturbereiche ausgelegt
PP Preisgünstig, leicht und chemisch beständig Weniger transparent und deutlich geringer wärmebeständig

Für transparente Bauteile sollte PMP nicht allein aufgrund seiner Lichtdurchlässigkeit gewählt werden. Die Entscheidung hängt ebenso von Schlagbeanspruchung, Gebrauchstemperatur, Sterilisationsverfahren, Medienkontakt, Gasdichtigkeit und regulatorischen Anforderungen ab. Einen umfassenderen Vergleich bietet der Beitrag über transparente technische Kunststoffe.

Anwendungsbereiche von PMP Kunststoff

Medizintechnik und Labortechnik

In der Medizintechnik und Labortechnik wird PMP vor allem eingesetzt, wenn Transparenz, geringe Wasseraufnahme, chemische Beständigkeit und Temperaturbelastbarkeit miteinander kombiniert werden müssen.

Typische Produkte und Bauteile sind:

  • Messzylinder und Laborbehälter
  • Reagenzgefäße und Probenbehälter
  • Küvetten und transparente Analysekomponenten
  • Filtergehäuse und Filterkomponenten
  • Autoklavierbare Laborartikel
  • Bauteile für medizinische Analysegeräte
  • Gasdurchlässige Komponenten

Die grundsätzliche Eignung von PMP bedeutet nicht automatisch, dass jede Qualität für medizinische Anwendungen zugelassen ist. Biokompatibilität, Sterilisationsbeständigkeit, Rückverfolgbarkeit und regulatorische Nachweise müssen für die konkrete Type geprüft werden.

Elektrotechnik und Hochfrequenztechnik

Die niedrige Permittivität und die geringen dielektrischen Verluste machen PMP für elektrische und hochfrequenztechnische Anwendungen interessant. Einsatzmöglichkeiten bestehen unter anderem bei Isolatoren, Spulenkörpern, Mikrowellenkomponenten, Radarabdeckungen und Formen für LED-Bauteile.

Bei elektrischen Anwendungen müssen zusätzlich Anforderungen an Kriechstromfestigkeit, Durchschlagsfestigkeit, Brennverhalten und Langzeittemperatur berücksichtigt werden.

Chemische Industrie und Apparatebau

PMP kann für transparente Behälter, Sichtteile, Messkomponenten und Laborgeräte mit chemischem Medienkontakt verwendet werden. Seine geringe Wasseraufnahme unterstützt die Maßhaltigkeit, während die Transparenz eine visuelle Kontrolle von Füllständen oder Prozessen ermöglicht.

Vor dem Einsatz in der chemischen Industrie ist eine medienbezogene Beständigkeitsprüfung erforderlich. Konzentration, Temperatur, Kontaktdauer und mechanische Spannung können das Verhalten erheblich beeinflussen.

Lebensmittel- und Verpackungstechnik

Geeignete PMP-Qualitäten können für Lebensmittelkontakt, Mikrowellenanwendungen, transparente Behälter und gasdurchlässige Verpackungslösungen eingesetzt werden. Die Kombination aus geringem Gewicht, Transparenz und Wärmebeständigkeit ist insbesondere für Spezialverpackungen interessant.

Ob eine bestimmte Qualität tatsächlich für den Lebensmittelkontakt verwendet werden darf, muss anhand der geltenden Konformitätserklärung geprüft werden. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag über Kunststoffe für die Lebensmittelindustrie.

Formenbau und Trenntechnik

Aufgrund seiner niedrigen Oberflächenenergie besitzt PMP gute Ablöseeigenschaften. Es wird deshalb unter anderem für Trennfolien, Formeinsätze, Dorne, Ummantelungen und Hilfsmittel bei der Herstellung von Verbundteilen oder Elastomerprodukten eingesetzt.

Die geringe Haftneigung kann das Entformen erleichtern und den Einsatz zusätzlicher Trennmittel reduzieren. Die konkrete Eignung hängt jedoch von Temperatur, Druck, Oberflächenanforderung und Prozessmedium ab.

Optik, Akustik und Messtechnik

PMP wird für spezielle optische Fenster, Abdeckungen und Messkomponenten eingesetzt. Darüber hinaus sind Anwendungen in der Akustik, Ultraschalltechnik und Mikrowellentechnik möglich, da das Material besondere optische, akustische und dielektrische Eigenschaften kombiniert.

Verarbeitung von PMP

PMP lässt sich grundsätzlich mit den üblichen Verfahren für Thermoplaste verarbeiten. Aufgrund seines hohen Schmelzbereichs, seiner Oxidationsempfindlichkeit und seines spezifischen Fließverhaltens müssen die Prozessparameter jedoch genau auf die eingesetzte Qualität abgestimmt werden.

Spritzguss

Im Kunststoff-Spritzguss lassen sich komplexe PMP-Formteile mit dünnen Wandstärken und transparenten Bereichen herstellen. Typische Verarbeitungstemperaturen liegen deutlich oberhalb der Schmelztemperatur des Werkstoffes.

Eine kontrollierte Temperaturführung und kurze Verweilzeiten sind wichtig, um thermische Schädigungen, Verfärbungen und den Abbau des Materials zu vermeiden. Auch Entlüftung, Anschnittposition und gleichmäßige Wandstärken beeinflussen die optische und mechanische Qualität des Formteils.

Extrusion und Blasformen

Durch Extrusion können Folien, Platten, Profile und andere kontinuierliche Halbzeuge hergestellt werden. PMP lässt sich außerdem blasformen und eignet sich damit für leichte, transparente Hohlkörper und Behälter.

Wegen der hohen Verarbeitungstemperaturen müssen Extrusionsanlage, Werkzeug und nachgeschaltete Kühlung an den Werkstoff angepasst sein.

Zerspanende Bearbeitung

PMP kann zu präzisen Bauteilen gefräst, gedreht, gebohrt und poliert werden. Martan Plastics fertigt individuelle Geometrien unter anderem durch CNC-Fräsen und CNC-Drehen.

Bei der mechanischen Bearbeitung sind scharfe Werkzeuge, eine sichere Werkstückspannung und eine kontrollierte Wärmeabfuhr wichtig. Zu hohe Schnittkräfte oder ungünstige Spannbedingungen können Kerben, Ausbrüche, Spannungsrisse oder Verformungen verursachen.

Für Prototypen, Einzelteile und Kleinserien können auch vorhandene Kunststoffhalbzeuge wirtschaftlich bearbeitet werden.

Fügen, Kleben und Bedrucken von PMP

Schweißen

PMP lässt sich je nach Bauteilgeometrie und Qualität thermisch schweißen. Geeignete Verfahren können Heizelement-, Warmgas-, Ultraschall- oder Laserschweißverfahren sein. Die Schweißparameter müssen auf Materialtype, Wandstärke und Bauteilgeometrie abgestimmt werden.

Kleben

Die niedrige Oberflächenenergie erschwert eine dauerhafte Klebeverbindung. Ohne Vorbehandlung erreichen viele handelsübliche Klebstoffe nur eine geringe Haftfestigkeit.

Für belastbare Verbindungen können folgende Maßnahmen erforderlich sein:

  • Plasma- oder Coronabehandlung
  • Beflammung der Oberfläche
  • Chemische Vorbehandlung
  • Geeignete Haftvermittler oder Primer
  • Spezielle Klebstoffsysteme für niedrigenergetische Kunststoffe
  • Konstruktive Unterstützung durch Formschluss

Bedrucken und Beschichten

Auch beim Bedrucken und Beschichten ist in der Regel eine Aktivierung der Oberfläche erforderlich. Ohne geeignete Vorbehandlung können Druckfarben, Lacke oder Beschichtungen leicht abgelöst werden. Verfahren und Vorbehandlung sollten deshalb gemeinsam mit dem Farb- oder Beschichtungssystem geprüft werden.

Worauf kommt es bei der Auswahl von PMP an?

PMP ist besonders dann interessant, wenn mehrere seiner spezifischen Eigenschaften gleichzeitig benötigt werden. Die Auswahl sollte anhand eines klaren technischen Anforderungsprofils erfolgen.

Zu prüfen sind insbesondere:

  • Dauer- und Spitzentemperatur
  • Mechanische Belastung und Stoßbeanspruchung
  • Erforderliche Transparenz und optische Qualität
  • Kontaktmedien, Konzentrationen und Einwirkzeiten
  • Notwendige Gasdurchlässigkeit oder Gasbarriere
  • Sterilisationsverfahren und Anzahl der Zyklen
  • Elektrische und dielektrische Anforderungen
  • UV- und Witterungsbelastung
  • Lebensmittel- oder Medizinkonformität
  • Vorgesehene Fertigungs- und Fügeverfahren
  • Erforderliche Oberflächenbehandlung
  • Toleranzen, Stückzahlen und Bauteilgeometrie

Gerade bei chemisch oder thermisch belasteten Bauteilen sollte die Werkstoffauswahl nicht ausschließlich anhand allgemeiner Tabellenwerte erfolgen. Martan Plastics unterstützt Sie bei der Bewertung der Einsatzbedingungen und bei der Auswahl einer geeigneten Qualität aus dem Bereich der technischen und leistungsfähigen Kunststoffe.

PMP-Bauteile nach technischen Anforderungen fertigen lassen

PMP Kunststoff kombiniert eine sehr geringe Dichte mit Transparenz, geringer Wasseraufnahme, guten elektrischen Eigenschaften und einer höheren Wärmebeständigkeit als herkömmliche Polyolefine. Dadurch eignet sich der Werkstoff für spezialisierte Anwendungen in der Labor- und Medizintechnik, Elektronik, Verpackungstechnik, Messtechnik und industriellen Trenntechnik.

Ob PMP für ein Bauteil tatsächlich die beste Lösung ist, hängt jedoch von der konkreten Qualität und den Einsatzbedingungen ab. Besonders chemische Medien, mechanische Belastungen, Dauergebrauchstemperatur, Gasdurchlässigkeit und Anforderungen an Klebung oder Bedruckung müssen frühzeitig berücksichtigt werden.

Martan Plastics begleitet Sie von der Werkstoffauswahl über die Festlegung geeigneter Halbzeuge bis zur präzisen Fertigung individueller Kunststoffteile. Auf dieser Grundlage entstehen PMP-Komponenten, die hinsichtlich Geometrie, Belastbarkeit, Oberflächenqualität und Einsatzbedingungen auf Ihre industrielle Anwendung abgestimmt sind.

Häufige Fragen zu PMP Kunststoff

Wofür steht die Abkürzung PMP?

PMP steht für Polymethylpenten beziehungsweise Poly-4-methyl-1-penten. Der teilkristalline Thermoplast gehört zur Gruppe der Polyolefine und ist auch unter der Handelsbezeichnung TPX® bekannt.

Ist PMP transparent?

Ja. PMP besitzt für einen teilkristallinen Kunststoff eine ungewöhnlich hohe Transparenz. Je nach Werkstoffqualität, Bauteildicke, Oberfläche und Verarbeitung kann die Lichtdurchlässigkeit ungefähr 90 % erreichen.

Wie hoch ist die Dichte von PMP?

Die Dichte liegt typischerweise bei ungefähr 0,83 g/cm³. PMP zählt damit zu den leichtesten thermoplastischen Kunststoffen.

Welche Temperatur hält PMP aus?

Der Schmelzbereich liegt typischerweise bei ungefähr 230 bis 240 °C. Die zulässige Dauergebrauchstemperatur ist jedoch wesentlich niedriger und hängt von Werkstoffqualität, mechanischer Belastung und Einsatzdauer ab. Bestimmte PMP-Produkte können kurzzeitig Temperaturen von etwa 150 bis 175 °C ausgesetzt oder wiederholt autoklaviert werden.

Ist PMP chemikalienbeständig?

PMP ist gegen viele Säuren, Laugen, Alkohole und wässrige Lösungen beständig. Bei Ketonen, aromatischen oder chlorierten Lösungsmitteln sowie bestimmten Kohlenwasserstoffen ist eine genaue Prüfung erforderlich. Temperatur und mechanische Spannung können die Beständigkeit zusätzlich beeinflussen.

Kann PMP autoklaviert werden?

Geeignete PMP-Qualitäten können wiederholt autoklaviert werden. Die zulässige Temperatur, Zyklusdauer und Anzahl der Sterilisationszyklen müssen dem Datenblatt des jeweiligen Materials entnommen werden.

Ist PMP für Lebensmittelkontakt geeignet?

Bestimmte PMP-Qualitäten können die Anforderungen für den Lebensmittelkontakt erfüllen. Die Zulassung gilt jedoch nicht automatisch für jeden PMP-Werkstoff. Maßgeblich sind die Konformitätserklärung und die für die jeweilige Anwendung geltenden Vorschriften.

Lässt sich PMP kleben?

PMP lässt sich kleben, besitzt jedoch eine sehr niedrige Oberflächenenergie. Für belastbare Klebeverbindungen sind meist eine Oberflächenaktivierung, ein geeigneter Primer und ein speziell abgestimmter Klebstoff erforderlich.

Was ist der Unterschied zwischen PMP und Polycarbonat?

PMP ist leichter, nimmt weniger Wasser auf und bietet besondere dielektrische sowie gasdurchlässige Eigenschaften. Polycarbonat besitzt dagegen üblicherweise eine wesentlich höhere Schlagzähigkeit und eignet sich besser für stark stoßbelastete transparente Bauteile.

In welchen Formen ist PMP erhältlich?

Je nach Hersteller und Qualität ist PMP unter anderem als Granulat, Folie, Platte, Stab, Profil oder spritzgegossenes Formteil erhältlich. Die Verfügbarkeit von Halbzeugen ist stärker eingeschränkt als bei verbreiteten Kunststoffen wie PP, POM oder Polycarbonat.

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