Martan Plastics Produkte Schichtpressstoffe

Schichtpressstoffe für industrielle Anwendungen

Schichtpressstoffe sind duroplastische Verbundwerkstoffe, bei denen Trägermaterialien wie Papier, Baumwollgewebe oder Glasgewebe mit einem warmhärtenden Harz verbunden und unter Druck zu einem festen Werkstoff verpresst werden. Durch die Kombination aus Harzsystem und Verstärkung entstehen Werkstoffe mit gezielt einstellbaren mechanischen, elektrischen und thermischen Eigenschaften.

Martan Plastics liefert Schichtpressstoffe als technische Halbzeuge und bearbeitete Bauteile für industrielle Anwendungen. Abhängig von Belastung, Umgebung und benötigten Isolationseigenschaften unterstützen wir Sie bei der Auswahl einer geeigneten Werkstoffqualität und der weiteren Bearbeitung.

Technische Schichtpressstoffe als Duroplast

Schichtpressstoffe gehören zu den duroplastischen Kunststoffen. Während der Herstellung vernetzt das eingesetzte Harz dauerhaft. Dadurch erhalten die Werkstoffe ihre Formstabilität und können nach dem Aushärten nicht erneut aufgeschmolzen werden.

Entscheidend für die späteren Eigenschaften ist der gesamte Werkstoffaufbau. Als Bindemittel kommen beispielsweise Phenol-, Epoxid-, Melamin- oder Polyesterharze zum Einsatz. Diese werden mit unterschiedlichen Trägermaterialien kombiniert. Die Normenreihe IEC beziehungsweise DIN EN 60893 beschreibt technische Schichtpressstofftafeln für elektrotechnische Anwendungen und unterscheidet verschiedene Materialgruppen nach Harz und Verstärkung.

Weitere Informationen zur übergeordneten Werkstoffgruppe finden Sie bei unseren duroplastischen Kunststoffen.

Welche Schichtpressstoffe gibt es?

Die Eigenschaften eines Schichtpressstoffs werden wesentlich durch das verwendete Trägermaterial und das Harzsystem bestimmt. Für industrielle Anwendungen sind insbesondere folgende Werkstoffgruppen relevant:

SchichtpressstoffTypischer AufbauTypische Schwerpunkte
HartpapierPapier mit Kunstharzelektrische Isolation, leichte Bearbeitbarkeit, technische Bauteile
HartgewebeBaumwollgewebe mit Kunstharzmechanische Beanspruchung, Verschleißteile, Konstruktionsteile
GlashartgewebeGlasgewebe mit Kunstharz, häufig Epoxidharzhohe mechanische Festigkeit, elektrische Isolation, dimensionsstabile Bauteile
HartmatteGlasmatten mit duroplastischem HarzIsolation, mechanische Stabilität und technische Anwendungen

Welche Variante geeignet ist, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Bezeichnung „Schichtpressstoff“ entscheiden. Ein elektrisch isolierendes Bauteil stellt beispielsweise andere Anforderungen an den Werkstoff als ein mechanisch hoch belastetes Konstruktionsteil.

Eigenschaften von Schichtpressstoffen

Technische Schichtpressstoffe verbinden die Eigenschaften eines duroplastischen Harzsystems mit den Eigenschaften des eingebetteten Trägermaterials. Je nach Werkstoffqualität können dadurch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden.

Wichtige Eigenschaften sind unter anderem:

  • hohe mechanische Festigkeit
  • gute Form- und Dimensionsstabilität
  • elektrische Isolationseigenschaften
  • gute Bearbeitbarkeit
  • vergleichsweise geringes Gewicht
  • hohe Druck- und Biegefestigkeit bei geeigneten Qualitäten
  • Temperaturbeständigkeit abhängig von Harzsystem und Aufbau
  • unterschiedliche Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und chemischen Medien

Die konkreten technischen Kennwerte unterscheiden sich erheblich zwischen den einzelnen Schichtpressstofftypen. Bei der Materialauswahl sollten deshalb die Anforderungen der Anwendung und die technischen Daten der vorgesehenen Qualität gemeinsam betrachtet werden. Auch die DIN EN 60893 weist ausdrücklich darauf hin, dass die Auswahl anhand der tatsächlichen Anforderungen des jeweiligen Einsatzfalls erfolgen sollte.

Welcher Schichtpressstoff ist für Ihre Anwendung geeignet?

Für die Werkstoffauswahl ist zunächst zu klären, welche Eigenschaften im späteren Betrieb entscheidend sind.

AnforderungWichtige Auswahlkriterien
Elektrische IsolationDurchschlagfestigkeit, Kriechstromverhalten, Feuchtigkeitsaufnahme
Hohe mechanische BelastungBiegefestigkeit, Druckfestigkeit, Schlagzähigkeit und Verstärkung
Maßhaltige BauteileDimensionsstabilität, Feuchtigkeitsverhalten und Temperatur
Erhöhte TemperaturenHarzsystem, Wärmeklasse und Dauergebrauchsbedingungen
VerschleißbeanspruchungOberflächenbelastung, Reibung und Werkstoffaufbau
Präzise bearbeitete BauteileMaterialstärke, Verstärkungsart, Bearbeitungsrichtung und Toleranzen

Hartpapier kann beispielsweise interessant sein, wenn elektrische Eigenschaften und eine wirtschaftliche technische Lösung im Vordergrund stehen. Hartgewebe bietet durch die textile Verstärkung Vorteile bei mechanisch stärker beanspruchten Komponenten. Bei hohen Anforderungen an mechanische Stabilität und elektrische Isolation kommen häufig glasgewebeverstärkte Schichtpressstoffe in Betracht.

Martan Plastics berücksichtigt bei der Werkstoffauswahl nicht nur die Werkstoffbezeichnung, sondern die konkrete Belastung des späteren Bauteils.

Schichtpressstoffe nach DIN EN 60893

Für technische Schichtpressstoffe ist insbesondere die Normenreihe DIN EN 60893 beziehungsweise IEC 60893 relevant. Sie beschreibt industrielle Tafeln aus Schichtpressstoffen auf Basis warmhärtender Harze für elektrotechnische Zwecke. Neben allgemeinen Anforderungen werden darin unterschiedliche Harzsysteme und Werkstofftypen behandelt.

Zu den normativ behandelten Werkstoffgruppen gehören unter anderem Schichtpressstoffe auf Basis von:

  • Phenolharzen
  • Epoxidharzen
  • Melaminharzen
  • Polyesterharzen
  • Silikonharzen
  • Polyimidharzen

Für Epoxidharz-Schichtpressstoffe enthält beispielsweise DIN EN 60893-3-2 Anforderungen an verschiedene Verstärkungsarten und Werkstofftypen. Die Norm ersetzt jedoch nicht die Prüfung der konkreten Einsatzbedingungen eines Bauteils.

Wenn für Ihre Anwendung eine definierte Normqualität erforderlich ist, sollte diese bereits bei der Anfrage zusammen mit den benötigten Eigenschaften angegeben werden.

Schichtpressstoff-Platten, Zuschnitte und Fertigteile

Schichtpressstoffe werden häufig in Tafelform eingesetzt und anschließend auf die benötigten Abmessungen oder Bauteilgeometrien gebracht.

Martan Plastics unterstützt Sie sowohl bei der Bereitstellung geeigneter Schichtpressstoff-Halbzeuge als auch bei der Fertigung individueller Komponenten. Dadurch können Werkstoffauswahl, Zuschnitt und Bearbeitung aufeinander abgestimmt werden.

Je nach Projekt sind beispielsweise möglich:

  • Platten und Tafeln
  • Zuschnitte nach Abmessung
  • gefräste Bauteile
  • gebohrte und konturierte Teile
  • Einzelteile und Ersatzteile
  • Prototypen
  • Klein- und Serienbauteile nach Zeichnung

Informationen zu weiteren Halbzeugen finden Sie unter Kunststoffhalbzeuge.

Schichtpressstoffe bearbeiten

Ausgehärtete Schichtpressstoffe werden für individuelle Bauteile überwiegend spanend oder durch geeignete Trennverfahren bearbeitet. Abhängig von Werkstoffaufbau, Verstärkung und Geometrie kommen beispielsweise Fräsen, Bohren, Drehen oder Schneiden infrage.

Gerade bei gewebe- und glasfaserverstärkten Schichtpressstoffen müssen Bearbeitungsverfahren und Werkzeuge auf den Materialaufbau abgestimmt werden. Ziel sind saubere Konturen, definierte Toleranzen und eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Schicht- beziehungsweise Verstärkungsstruktur.

Martan Plastics fertigt technische Kunststoffteile nach Zeichnung und kann die Bearbeitung mit der Auswahl des geeigneten Halbzeugs verbinden. Weitere Informationen finden Sie unter Kunststoffbearbeitung und CNC-Fräsen.

Anwendungsbereiche von Schichtpressstoffen

Elektroindustrie und Elektrotechnik

Elektrische Isolation ist eines der klassischen Einsatzfelder technischer Schichtpressstoffe. Geeignete Werkstoffqualitäten werden beispielsweise für isolierende Konstruktionselemente, Träger, Abdeckungen, Distanzstücke oder weitere Komponenten elektrischer Anlagen eingesetzt.

Die Normenreihe IEC 60893 bezieht sich ausdrücklich auf industrielle Schichtpressstofftafeln für elektrotechnische Zwecke.

Weitere Informationen finden Sie bei unseren Kunststoffen für die Elektroindustrie.

Maschinen- und Anlagenbau

Im Maschinenbau sind vor allem die mechanischen Eigenschaften, die Maßhaltigkeit und das geringe Gewicht bestimmter Schichtpressstoffqualitäten interessant. Abhängig vom Werkstoff können daraus unter anderem konstruktive Zwischenlagen, Führungen, Träger, Distanzteile oder mechanisch belastete Komponenten gefertigt werden.

Mehr zu unseren Lösungen für diese Branche finden Sie unter Maschinen- und Anlagenbau.

Geräte- und Apparatebau

Schichtpressstoffe eignen sich zudem für Konstruktionen, bei denen elektrische und mechanische Anforderungen gleichzeitig erfüllt werden müssen. Durch unterschiedliche Kombinationen aus Harz und Verstärkung kann die Werkstoffauswahl gezielt an die jeweilige Konstruktion angepasst werden.

Schichtpressstoffe statt Thermoplaste?

Ob ein Schichtpressstoff oder ein thermoplastischer Kunststoff die bessere Lösung ist, hängt von der jeweiligen Anwendung ab. Schichtpressstoffe bieten vor allem dann Vorteile, wenn eine Kombination aus Formstabilität, mechanischer Belastbarkeit und elektrischer Isolation gefragt ist.

Thermoplaste bieten dagegen andere konstruktive Möglichkeiten und können je nach Werkstoff beispielsweise Vorteile hinsichtlich Umformbarkeit, Schweißbarkeit oder spezieller Gleit- und Verschleißeigenschaften besitzen.

Eine technisch sinnvolle Auswahl sollte deshalb immer von den konkreten Betriebsbedingungen ausgehen.

Schichtpressstoffe anfragen und Werkstoff auswählen

Sie benötigen Schichtpressstoffe als Platte, Zuschnitt oder fertig bearbeitetes Bauteil?

Übermitteln Sie uns möglichst Ihre Zeichnung oder die benötigten Abmessungen sowie Informationen zu Stückzahl, Temperatur, mechanischer Belastung, elektrischen Anforderungen und Umgebungsbedingungen. Wenn bereits eine Werkstoff- oder Normbezeichnung vorgegeben ist, können Sie diese direkt mit angeben.

Auf dieser Grundlage prüfen wir eine geeignete Schichtpressstoffqualität sowie die technisch und wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung.

Jetzt Schichtpressstoffe und Bauteile anfragen

Häufige Fragen zu Schichtpressstoffen

Was sind Schichtpressstoffe?

Schichtpressstoffe sind duroplastische Verbundwerkstoffe. Trägermaterialien wie Papier, Baumwoll- oder Glasgewebe werden mit einem warmhärtenden Harz verbunden und unter Druck zu festen Platten beziehungsweise Halbzeugen verarbeitet.

Was ist der Unterschied zwischen Hartpapier und Hartgewebe?

Der wesentliche Unterschied liegt im Trägermaterial. Bei Hartpapier bildet Papier die Verstärkung, während Hartgewebe auf einem textilen Gewebe basiert. Dadurch unterscheiden sich auch die mechanischen und elektrischen Eigenschaften der Werkstoffe.

Ist Glashartgewebe ein Schichtpressstoff?

Ja. Bei Glashartgewebe bildet Glasgewebe die Verstärkung des duroplastischen Verbundwerkstoffs. Epoxidharzbasierte Schichtpressstoffe mit unterschiedlichen Verstärkungen werden beispielsweise in DIN EN 60893-3-2 behandelt.

Können Schichtpressstoffe gefräst werden?

Viele Schichtpressstoffe lassen sich spanend bearbeiten. Das Werkzeug und die Bearbeitungsparameter müssen dabei an Harzsystem, Verstärkung und Bauteilgeometrie angepasst werden.

Welche Norm gilt für Schichtpressstoffe?

Für industrielle Schichtpressstofftafeln für elektrotechnische Zwecke ist insbesondere die Normenreihe DIN EN beziehungsweise IEC 60893 relevant. Sie umfasst Definitionen, Prüfverfahren und Anforderungen an unterschiedliche Werkstoffgruppen.

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